8. Stand der Energiewende 2022 in Deutschland

Die Tagesschau berichtet über die Energiewende: „Früher gab es dauerhaft laufende Kraftwerke, die die so genannte Grundlast lieferten, Kohle für die Mittellast und schnellstartende Gaskraftwerke für die so genannte Spitzenlast. Das halten Antreiber der Energiewende für überholt. Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung etwa nennt das die „Energie-Denke“ von gestern und nicht den Stand der Energiewende 2022 in Deutschland. Das Energiesystem von morgen sei flexibel, digital, hochdynamisch, dezentral und intelligent.”

Im Detail stellt sie das Energiesystem von Morgen in einer Studie des DIW Berlin dar:

100% erneuerbare Energie für Deutschland unter besonderer Berücksichtigung von Dezentralität und räumlicher Verbrauchsnähe. Sie vergleicht eine zentrale Stromerzeugung (maximale Stromerzeugung im windreichen Norden und Osten Deutschlands,1000 km lange Stromtrassen, vor allem Höchstspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitungen (HGÜ-Leitungen), die den Strom in die Regionen mit maximalen Verbrauch im Westen und Süden Deutschlands transportieren) mit einer dezentralen Stromversorgung, die den Strom näher am Verbraucher erzeugt (u.a. mehr Windräder in Bayern und Baden-Württemberg) und speichert. Die Speicher dieser Studie sind Batteriespeicher und Elektrolyse- /Wasserstoff- Speicher. Das Statement zu Beginn: Weder fossile noch fissil-atomare Technologien sind ökologisch bzw. ökonomisch tragfähige Lösungen Einige Schlussfolgerungen der Studie:

.„Die Berücksichtigung von Netzausbaukosten (siehe 2.3.1.5 Stromnetze für die Energiewende) führt zu einem erheblichen Rückgang des Netzausbaubedarfs und stärkt die dezentrale Energiewende. Das Gesamtsystem wird günstiger und es kommt zu dezentraleren und lastnäheren Erzeugungsstrukturen. In diesem Fall sind fast alle Regionen bilanziell nahe an der Selbstversorgung.“

Nun zur Versorgungssicherheit des Modells der Studie: „Eine stundengenaue Auflösung der Ergebnisse zeigt, dass die Versorgungssicherheit selbst in kalten Winterwochen in allen Regionen gewährleistet ist. […]

Dezentrale Ansätze mit räumlicher Verbrauchsnähe weisen keine wesentlichen Kostenunterschiede zu zentralen Ansätzen auf. Den leicht höheren Investitionen in Erzeugung und Batteriespeichern im dezentralen Szenario stehen geringere Netzausbaukosten gegenüber […]

Energiesparen und Effizienz sind zentrale Stellschrauben auf dem Weg zu reduzierten Erzeugungsstrukturen und Ressourcenverbräuchen. […] Neben der 100%-ig erneuerbaren Versorgung müssen daher Ansätze zum suffizienten Verbrauchsverhalten gestärkt werden. […]

Daher ist es notwendig, die Energiewende konsequent voranzubringen, bzw. den Schwerpunkt wieder an der ursprünglichen Zielsetzung auszurichten:
Zum einen muss der Übergang vom fossilen System zu 100% Erneuerbaren beschleunigt werden. Zum anderen muss eine Stärkung der Bürgerbeteiligung erfolgen, sowohl für die Nutzung technischer Potenziale von Erneuerbaren als auch zur Steigerung der gesellschaftlichen Akzeptanz.

Autor: Strom aus Erneuerbaren Energien kann nur mit einer starken Bürgerbeteiligung erfolgen, d.h. z.B. Zustimmung zu Windrädern in Wohnnähe und besser noch, aktive Teilhabe in Bürgerwindparks

Autor: Beim Betrachten der obigen beiden Abbildungen sieht man, dass die Behauptung des so günstigen Stroms aus Erneuerbaren Energien nur dann gilt, wenn man die Speicher zur stabilen Stromversorgung außer Acht lässt. Wenn man die Kosten für die Elektrolyseure zur Wasserstofferzeugung und für die Turbinen zur Stromgewinnung aus Wasserstoff mit in Rechnung stellt, ist man schnell bei zusätzlichen Kosten in der Größenordnung von € 100 Milliarden. Umso mehr, wenn man die enormen Kosten durch den geringen Wirkungsgrad von 43% der Stromgewinnung durch Elektrolyse und Verbrennung des Wasserstoffs in Rechnung stellt. Darum auch immer wieder der Hinweis in den Studien, dass für den Erfolg des fluktuierenden Stroms Akzeptanz und Anpassung (Suffizienz) der Bürger unabdingbar sind.

„Die Vorsitzende des Bundestags-Umweltausschusses, die Grüne Sylvia Kotting-Uhl, lässt die Katze aus dem Sack. Sie ruft den AfD-Abgeordneten zu: „Allein Ihre Unfähigkeit, sich unter Energieversorgung etwas anderes als Grundlast vorzustellen, das ist so von gestern wie Sie selbst. Die Zukunft wird flexibler sein, spannender, ja, auch anspruchsvoller:nicht mehr nachfrage-, sondern angebotsorientiert, …Autor: das also ist der Stand der Energiewende 2022 in Deutschland

Auch der FDP- Minister Lindner stellt, bar jeglicher Kenntnisse über Fluktuation und Wirkungsgrad, euphorisch fest: „Erneuerbare Energien leisten nämlich nicht nur einen Beitrag zur Energiesicherheit und Versorgung“, sagte er am Sonntag bei einer Sondersitzung des Bundestags. „Erneuerbare Energien lösen uns von Abhängigkeiten. Erneuerbare Energien sind deshalb Freiheitsenergien.“

8.1 Wirtschaftlichkeit der Energieerzeugung durch Erneuerbare Energien

Um eine Analyse der transformierten Gesellschaft mit einer 100% Energieerzeugung aus Erneuerbaren Energien durchzuführen, sollen einige falsche Vorstellungen korrigiert werden, die von Seiten der Energiewendlobbygefördert werden. Die Erfolgsmeldungen über den hohen Anteil der erneuerbaren Energien gelten nicht für die Gesamtenergie in Deutschland, sondern nur für den hier erzeugten elektrischen Strom.

Das Energiesystem Deutschlands besteht jedoch aus den Sektoren Strom, Wärme, Industrie und Verkehr. Der zur Zeit absichtlich fast ausschließlich betrachtete Sektor ist die Erzeugung von elektrischem Strom, die aber nur 1/5 des gesamten Energiesystems ausmacht.

Bild 41: Energieverbrauch in Deutschland nach Anwendungsbereichen

Zu diesem Thema schreibt Daniel Wetzel:

„Erst drei Prozent geschafft:
Schwierigkeiten dieser Art haben die Bundesregierung nicht daran gehindert, die eigenen Ziele noch weiter zu stecken: Jetzt soll nicht nur die Elektrizitätsversorgung auf Grünstrom umgestellt werden, sondern auch der gesamte Verkehr, die Heizungen und Industrieprozesse. Spätestens seit dem Weltklimagipfel von Paris reift nun die Erkenntnis, dass die Energiewende ungeachtet der bisher aufgelaufenen Kosten und Schwierigkeiten noch nicht einmal richtig begonnen hat.

Denn der Elektrizitätssektor macht nur ein Fünftel des gesamten deutschen Primärenergieverbrauchs aus. Anders formuliert: Wenn alle Kohle-, Gas- und Atomkraftwerke eines Tages weg sind und endlich eine Ökostrom-Quote von 100 Prozent erreicht ist, haben wir erst zwanzig Prozent der Energiewende geschafft und 80 Prozent des Weges noch vor uns.

Dabei ist „Sektorkopplung“ von Verkehr und Heizwärme auf Basis von Solar- und Windstrom der Kern des „Klimaschutzplans 2050“ der Bundesregierung, mit dem die vollständige Dekarbonisierung der Volkswirtschaft bis zur Jahrhundertmitte erreicht werden soll. Doch mit der Wende in Verkehr und Heizungsbereich, stellt Patrick Graichen, Direktor der Denkfabrik Agora Energiewende(siehe 8.2) fest, „stehen wir noch ganz am Anfang“.

Bild 42: Anteil der Erneuerbaren Energien an der deutschen Energieerzeugung 2016

Am gesamten Energieverbrauch Deutschlands haben erneuerbare Energien bis dato erst einen Anteil von 12,6 Prozent. Und die Hälfte hiervon wird wiederum von Energie aus Biomasse gestellt, die etwa in Form von E5 oder E10 den Kraftstoffen beigemischt wird. Da die Bundesregierung den stärkeren Ausbau von Bioenergien aus ökologischen Gründen ablehnt, bleiben allein Wind- und Solarstrom als Technik-Optionen übrig, alle anderen Grünstrom-Quellen fallen statistisch praktisch nicht ins Gewicht.
Im vergangenen Jahr hatte die Windenergie aber erst einen Anteil von 2,1 Prozent an der Deckung des deutschen Primärenergiebedarfs, die Solarstrom-Anlagen sogar nur von einem Prozent. In einem Diagramm der großen Primärenergielieferanten Deutschlands stellen Wind- und Solarkraft damit haarfeine Linien dar, die unter den dicken Balken der Energieträger Kohle, Öl und Gas kaum zu sehen sind. Mit dem landschaftsverändernden Bau von 27.000 Windrädern und 1,6 Millionen Solaranlagen wurde erst 3,1 Prozent des deutschen Primärenergie-Bedarfs ökologisiert.

Auch im Jahre 2020 bleibt der Anteil der grünen Energien am Primärenergieverbrauch gering:

Bild 43: Anteil der Erneuerbaren Energien an der deutschen Energieerzeugung 2020.

8.1.1 Die Fehldarstellungen der Politik.

Die untere Darstellung von Destatis ist falsch, denn sie „verwechselt“ Stromerzeugung mit Energieerzeugung.

8.2 Stromerzeugung durch Erneuerbare Energien

Bild 44: Strommix in Deutschland 2020 und 2021

Die obige Abbildung zeigt den Strommix für 2020 und 2021 in Deutschland. Während in 2020 die Erneuerbaren etwas mehr als die Hälfte lieferten, ging ihr Anteil in 2021 bei etwa gleichem Gesamtstromverbrauch um etwa 5% zurück. Der Hauptgrund für diese deutliche Differenz sind die unterschiedlichen Windkraftausbeuten der beiden Jahre.
Der Grünstrom ist ein fluktuierender Strom, also zeitlich nicht konstant siehe Bild 1a des Hauptteils. Da es keine ausreichenden Speichermöglichkeiten gibt, kommt es regelmäßig vor, dass ein Überschuss „erneuerbaren Stroms“ auf den Markt drängt und unter Verlust verkauft werden muss (siehe negative Strompreise 2.3.14)
Das ganze deutsche Energiewendedilemma beschreibt Daniel Wetzel im Artikel

Das Märchen von der erfolgreichen Energiewende

1. Die Energiewende hält ihr Versprechen nicht
Der Beginn der Energiewende lässt sich am ehesten am Inkrafttreten des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Jahre 2000 festmachen. Netzbetreiber wurden durch das Gesetz gezwungen, Ökostrom unabhängig von jeder Nachfrage zu staatlich festgesetzten Tarifen aufzukaufen und mit Vorrang in die Leitungen einzuspeisen.
Die Differenz zum eigentlichen Wert des Stroms, der an der Strombörse EEX nach Angebot und Nachfrage ermittelt wird, wälzen die Netzbetreiber seither als „EEG-Umlage“ auf die Stromrechnung der Verbraucher ab. Diese Beihilfe beträgt heute rund 25 Milliarden Euro jährlich und belastet jeden Bürger mit mehr als 300 Euro pro Jahr. Insgesamt wurden schon mehr als 150 Milliarden Euro an die Ökostromer ausgeschüttet. Die Gesamtkosten der Energiewende steigen auf 520 Milliarden Euro bis zum Jahre 2025.

Ziel dieser Finanzspritze: Der Ökostrom sollte fossile Kraftwerke aus dem Markt drängen und so dem Klimaschutz dienen. Zweitens sollte er Atomkraftwerke überflüssig machen. Das erste Ziel wurde verfehlt. Ob das zweite Ziel erreicht wurde, ist Auslegungssache.

Tatsächlich sind die Kohlendioxid-Emissionen des Stromsektors seit 1995 nicht gesunken. Die Grundidee der Energiewende, dass der Einspeisevorrang von Ökostrom schmutzige Energien verdrängen würde, hat sich als falsch erwiesen. Aus dem Markt gedrängt wurden nicht Stein- und Braunkohlekraftwerke, sondern die relativ sauberen Gaskraftwerke.

Bild 45 : CO2- Emissionen Deutschland seit 1990

Auch die Gesamtemissionen Deutschlands belegen keine Fortschritte im Klimaschutz. Zwar ging der Ausstoß der Kohlendioxid-Emissionen seit 1990 kurzzeitig zurück. Allerdings ist der Effekt fast nur auf den Zusammenbruch der Industrie in den neuen Bundesländern zurückzuführen. Eine weitere, kleine Reduktion zeigte sich danach nur noch 2008, doch auch dies war nur der Weltfinanz- und Wirtschaftskrise geschuldet. Seitdem diese Effekte ausgelaufen sind, gibt es keinerlei Fortschritt mehr.
Seit neun Jahren gelingt es Deutschland nicht, die CO2-Emissionen zu senken (Autor: Stand 2017). Der Bau von 27.000 Windenergieanlagen und 1,6 Millionen Solaranlagen sowie die Förderzusagen über eine halbe Billion Euro haben Deutschland im Klimaschutz nicht vorangebracht. Die Macher der Energiewende haben nicht geliefert.
Gemessen an dem Anspruch des klimapolitischen Vorreiters eine blamable Bilanz. „Haltet keine Reden darüber, wie gut ihr vorankommt, wenn ihr es tatsächlich nicht tut.“ Das mussten sich die Europäer und insbesondere Deutschland im April ausgerechnet von Rick Perry, Energieminister der Trump-Regierung, vorhalten lassen. Die USA konnten sinkende Emissionen vorweisen, die Deutschen nicht.

Nach der Argumentation von Energiewende-Befürwortern ist es durch den Aufbau einer Ökostrom-Industrie allerdings gelungen, Atomstrom zu ersetzen. Betrachtet man Jahresdurchschnittswerte, ist das zutreffend: Die acht verbliebenen Kernkraftwerke produzierten zuletzt rund 85 Milliarden Kilowattstunden. Erneuerbare Energien lieferten mehr als doppelt so viel.

Kritiker wenden allerdings ein, dass eine rein quantitative Betrachtung wenig über den wahren Beitrag zur Stromversorgung aussagt. Die Qualität des Ökostroms lasse sehr zu wünschen übrig. Denn produziert wird wetterabhängig, oft an jeder realen Nachfrage vorbei.
Da die gesamte deutsche Ökostrom-Produktion in Zeiten einer winterlichen „Dunkelflaute“ wochenlang auf Werte nahe null fällt, hätten die erneuerbaren Energien de facto noch kein einziges steuerbares Kraftwerk überflüssig gemacht. Die Abschaltung der Atomkraftwerke war nur möglich, weil bestehende Überkapazitäten an Kohle- und Gaskraftwerken die Grundversorgung übernehmen konnten.

2. Unzähmbarer Flatterstrom
Längst ist fraglich, ob sich die Energieversorgung der Volkswirtschaft auf wetterabhängigen Solar- und Windstrom aufbauen lässt, wie dies der „Klimaschutzplan 2050“ der Bundesregierung vorsieht. Zuletzt sind die Zweifel daran noch gewachsen. So basierte der bisherige Windkraftausbau auf der Erwartung, dass sich die schwankende Stromproduktion europaweit schon verstetigt und ausgleicht, wenn nur genügend Turbinen errichtet werden. „Irgendwo weht ja immer Wind“, lautete das Argument.
Der technische Verband der Kraftwerksbetreiber, VGB Power Tech, hat die Windstrom-Produktion des vergangenen Jahres in 18 europäischen Ländern untersucht. Obwohl in den Ländern eine gewaltige Windkraftleistung von 150.000 Megawatt installiert ist, sank die Produktion zeitweise auf ein Minimum von 6500 Megawatt ab, also nur vier Prozent der Nennleistung. „Windleistung trägt damit praktisch nicht zur Versorgungssicherheit bei und erfordert 100 Prozent Back-up-Systeme nach heutigem Stand der Technik“, lautet das Fazit der VGB-Ingenieure.
Netzbetreiber warnen, dass es immer weniger solcher Reservekraftwerke gibt. Während einer zweiwöchigen „kalten Dunkelflaute“ im Januar konnte die Stromversorgung in Westeuropa nur gesichert werden, weil praktisch jedes verfügbare Kohle-, Öl- und Gaskraftwerk ans Netz ging, um den Ausfall der Ökostrom-Produktion zu kompensieren. „Wir waren am Limit“, gab der technische Leiter des Übertragungsnetzbetreibers Amprion, Klaus Kleinekorte, zu Protokoll: „Es haben nur wenige Tropfen gefehlt, und es wäre zum Überlaufen gekommen, das heißt Blackout.“

Die Aussicht, dass trotz des Ökostrom-Ausbaus die gesamte heutige Kraftwerksleistung in irgendeiner Form eigentlich stehen bleiben muss, war nicht das, was man der Öffentlichkeit zu Beginn der Energiewende versprochen hatte. Doch inzwischen wird diese Notwendigkeit sogar von Greenpeace zugegeben. Die Umweltschützer bestätigen die Ergebnisse des Kraftwerksverbands VGB: „Ein europäischer Ausgleichseffekt“, geben die Autoren der jüngsten Greenpeace-Studie zu, „existiert nur sehr bedingt.“
Noch vor zwei Jahren hatte die Umweltschutzinitiative in ihrer Studie „Der Plan. Energiekonzept für Deutschland“ vorgerechnet, dass nach 2020 nur relativ wenige Gaskraftwerke mit 15 Gigawatt als Back-up nötig sein würden. „Der Plan“ wurde unter den Anhängern der Ökobewegung als Beweis dafür gewertet, dass ein vorgezogener Kohleausstieg machbar sei.

Heute jedoch zeichnet Greenpeace ein anderes Bild. Die beauftragte Gutachterfirma „Energy Brainpool“ rechnete in der Studie „Kalte Dunkelflaute“ vor, dass 2050 optimalerweise 67 Gigawatt Gaskraftwerke nötig sein werden, also gut viermal mehr, als in der letzten Greenpeace-Studie behauptet. Zusätzlich brauche es noch 47 Gigawatt „Elektrolyseure“ – eine bislang kaum verbreitete Anlagenart, die Ökostrom dazu nutzt, um Wasserstoff und andere klimaneutrale Gase synthetisch herzustellen.
Bei einer Vollversorgung mit Ökostrom im Jahr 2050 sind damit auch nach Greenpeace-Rechnung also Back-up-Kapazitäten nötig, die mit 114 Gigawatt höher sind als die gesamte Spitzennachfrage nach Strom heute, die bei 85 Gigawatt liegt. Unklar ist, wie diese gewaltigen Reserven für ihren Einsatz an wenigen Wochen im Jahr betriebsbereit gehalten werden sollen.

3. Keine Speicher, nirgends
Die Dunkelflauten sind nicht das einzige Problem. Ebenso schwierig ist es, den schwankenden Solar- und Windstrom stets mit einer ebenfalls schwankenden Stromnachfrage zu synchronisieren. Energiewende-Planer weisen diese Aufgabe Stromspeichern zu. Pumpspeicher oder Batterien sollen die temporären Ökostrom-Überschüsse aufnehmen und bei Windstille und Dunkelheit zurück ins Netz speisen. Doch die Hoffnung, dass sich Energiemengen in dieser Größenordnung „abpuffern“ lassen, zerstört eine neu aufgelegte Studie des Ökonomen Hans-Werner Sinn. Nach seinen Berechnungen bräuchte man dafür Anlagen in unvorstellbaren Größenordnungen.
Denn die einzigen großtechnischen Anlagen, die nennenswerte Mengen Elektrizität über längere Zeiträume aufbewahren können, sind Pumpspeicherkraftwerke. Nach Sinns Berechnungen bräuchte Deutschland ab einem Anteil von 50 Prozent Solar- und Windstrom Speicherkapazitäten für 22,1 Terawattstunden Elektrizität, um die Flatterhaftigkeit des Ökostroms für die reibungslosen Versorgung zu glätten.

Das entspreche einer Menge von 20.517 Pumpspeicherkraftwerken durchschnittlicher Größe. Das ist 491-mal mehr als die theoretische Maximalzahl für Deutschland, wie sie von der EU-Kommission im „eStorage“-Projekt ermittelte wurde. Heute verfügt Deutschland lediglich über 35 Pumpspeicherkraftwerke, der Bau weiterer Stauseen wird von Natur- und Waldschützern vehement bekämpft.

Wenn neben den Pumpspeichern auch noch Reservekraftwerke vorgehalten werden, um den schwankenden Wind- und Solarstrom auszugleichen, sinkt das notwendige Speichervolumen zwar deutlich auf 2,1 Terawattstunden. Doch im Vergleich zu den 0,038 Terawattstunden, die von den heute existierenden Pumpspeichern zur Verfügung gestellt werden, ist dies immer noch ein unerreichbar hoher Wert, der um das 47-Fache über der von der EU-Kommission angenommenen Maximalzahl für Deutschland liegt.
Andere Speicherarten, die Sinn ebenfalls analysiert, helfen offenbar ebenfalls nicht weiter. Die oft propagierte Idee, die Batterien von Millionen von Elektroautos dafür zu nutzen, Wind- und Solarschwankungen im Stromnetz auszugleichen, weist Sinn wegen der „winzigen Kapazität“ der Auto-Batterien zurück.

Um die schwankende Stromproduktion und Nachfrage eines Jahres abzupuffern, brauche man 125 Millionen Tesla-Fahrzeuge oder 600 Millionen BMW i3. Vor dem Hintergrund, dass in Deutschland überhaupt nur 45 Millionen Pkw auf der Straße sind und die Kaufzuschüsse der Bundesregierung bei Autokäufern bislang nicht anschlagen, seien Vorhaben dieser Art im Urteil Sinns also „ambitioniert, um das Mindeste zu sagen“.

4. Erst drei Prozent geschafft
Schwierigkeiten dieser Art haben die Bundesregierung nicht daran gehindert, die eigenen Ziele noch weiter zu stecken: Jetzt soll nicht nur die Elektrizitätsversorgung auf Grünstrom umgestellt werden, sondern auch der gesamte Verkehr, die Heizungen und Industrieprozesse. Spätestens seit dem Weltklimagipfel von Paris reift nun die Erkenntnis, dass die Energiewende ungeachtet der bisher aufgelaufenen Kosten und Schwierigkeiten noch nicht einmal richtig begonnen hat.
Denn der Elektrizitätssektor macht nur ein Fünftel des gesamten deutschen Primärenergieverbrauchs aus. Anders formuliert: Wenn alle Kohle-, Gas- und Atomkraftwerke eines Tages weg sind und endlich eine Ökostrom-Quote von 100 Prozent erreicht ist, haben wir erst zwanzig Prozent der Energiewende geschafft und 80 Prozent des Weges noch vor uns

Dabei ist „Sektorkopplung“ von Verkehr und Heizwärme auf Basis von Solar- und Windstrom der Kern des „Klimaschutzplans 2050“ der Bundesregierung, mit dem die vollständige Dekarbonisierung der Volkswirtschaft bis zur Jahrhundertmitte erreicht werden soll. Doch mit der Wende in Verkehr und Heizungsbereich, stellt Patrick Graichen, Direktor der Denkfabrik Agora Energiewende fest, „stehen wir noch ganz am Anfang“.

[…] Im vergangenen Jahr hatte die Windenergie aber erst einen Anteil von 2,1 Prozent an der Deckung des deutschen Primärenergiebedarfs, die Solarstrom-Anlagen sogar nur von einem Prozent .[…]Mit dem landschaftsverändernden Bau von 27.000 Windrädern und 1,6 Millionen Solaranlagen wurde erst 3,1 Prozent des deutschen Primärenergie-Bedarfs ökologisiert.

Dass die Bundesregierung ausgehend von diesem niedrigen Wert in den nächsten 30 Jahren eine „All-Electric Society“ aufbauen will, erscheint völlig unrealistisch. Die Hoffnung der Energiewende-Planer liegt darin, dass sich der Primärenergiebedarf mit der Stilllegung von Kohlekraftwerken und der Einführung von Elektroautos praktisch von allein verringern wird. Denn wenn Wind- und Solarstrom direkt im Elektromotor genutzt werden, fallen die Umwandlungsverluste weg, die sonst beim Verbrennen von Benzin im Motor oder von Kohle und Gas im Kraftwerk entstanden wären. Der eigentliche Endenergieverbrauch Deutschlands fällt damit geringer aus.
Dennoch bleibt die Herausforderung gewaltig. Denn nach den Regierungsplänen müssen auch synthetische Kraftstoffe in Elektrolyse-Anlagen produziert werden. Wasser soll unter Einsatz von Ökostrom in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten werden. Der Wasserstoff kann unter Zugabe von CO2 dann in Methan, also synthetisches Erdgas umgewandelt werden, auch klimaneutrale Flüssigbrennstoffe lassen sich so herstellen.

Die Power-to-Gas- und Power-to-Liquid-Anlagen werden gebraucht, um etwa die Emissionen des Luftverkehrs zu senken, Teile des Schwerlastverkehrs zu betreiben sowie Reservekraftwerke zu befeuern. Die Umwandlungsverluste sind bei diesen Anlagen gewaltig – und treiben den Bedarf an Endenergie wieder in die Höhe.
So ist in den Studien zum „Klimaschutzplan 2050“ die Rede von einem Ökostrom-Bedarf von über 3000 Terawattstunden. Im vergangenen Jahr lag die deutsche Ökostrom-Produktion aber erst bei 190 Terawattstunden. Nötig wäre also nicht nur eine Verdopplung oder Verdreifachung der deutschen Ökostrom-Produktion, sondern eine Verfünfzehnfachung

„So viel erneuerbare Energien“, gibt Rainer Baake, der Chefstratege der Energiewende im Bundeswirtschaftsministerium zu, „können wir gar nicht produzieren.“ Deshalb hat der Staatssekretär das neue Motto „Efficiency First“ ausgerufen. Es bleibt angesichts der bescheidenen Fortschritte in diesem Bereich allerdings unklar, woher eine so gewaltige Effizienzrevolution plötzlich kommen soll.“

Zu diesem Thema der Diskrepanz zwischen Realität und laienhaftem Wunschdenken schreibt das Handelsblatt

„Die Zahlen sind beeindruckend: In Deutschland drehen sich nach Angaben des Bundesverbandes Windenergie (BWE) mittlerweile 29.900 Windräder. Ihr Anteil an der deutschen Stromproduktion beläuft sich auf beachtliche 18,8 Prozent. Die installierte Leistung der Turbinen beträgt 56.000 Megawatt (MW). Damit hat sich die Windkraft innerhalb von kaum mehr als zwei Jahrzehnten von einer Nischenlösung zur Stütze der Stromerzeugung entwickelt.

Doch bei genauer Betrachtung wird eine eklatante Schwäche deutlich: Zwar entsprechen 56.000 MW der installierten Leistung von 56 großen Kohlekraftwerksblöcken. Ein entscheidender Wert für das gesamte Stromerzeugungssystem, nämlich der verlässliche Beitrag der Windräder zur Stromproduktion, fällt jedoch enttäuschend aus: „Die tatsächlichen Produktionszahlen belegen, dass die jederzeit verfügbare Windkraftkapazität in Deutschland bei unter einem Prozent der installierten Leistung liegt“, sagt Oliver Then, Geschäftsführer des Verbandes VGB PowerTech.“
[…].

Im Märchen der erfolgreichen Energiewende schreibt Daniel Wetzel weiter

6. Die Mär von der Unabhängigkeit
Auch eine weitere Energiewende-Hoffnung wurde inzwischen begraben. Jahrelang wurde von Politik und Ökostrom-Lobbyisten das Narrativ der Energie-Autarkie gepflegt: Mit Ökostrom, so der weit verbreitete Glaube, könne man sich von Putin und den Scheichs unabhängig machen.

Nach den Studien, die dem „Klimaschutzplan 2050“ zugrunde liegen, ist das aber nicht unbedingt der Fall. Nach den Erkenntnissen des Fraunhofer- und des Öko-Instituts müssten auch künftig mindestens 15 Prozent des deutschen Öko-Energiebedarfs importiert werden – wobei sich selbst dieser Prozentsatz nur unter optimistischsten Annahmen ergibt.
Das Umweltbundesamt sieht die Chancen auf Autarkie sogar noch pessimistischer. Einer UBA-Studie zufolge gelingt die Dekarbonisierung nur durch den Einsatz synthetischer Kraftstoffe in großem Stil. Ökostrom muss demnach in Power-to-Gas und Power-to-Liquid-Anlagen genutzt werden, um klimaneutralen Wasserstoff zu gewinnen. Weil in der Elektrolyse und bei der späteren Verwendung des Wasserstoffs hohe Umwandlungsverluste auftreten, ist der Energiebedarfs so immens, dass Deutschland laut Umweltbundesamt nicht darum herumkommt, einen Großteil dieser synthetischen Kraftstoffe zu importieren.

Nach diesem Szenario dürften also Staaten wie Spanien, Marokko, Ägypten, Island oder womöglich auch die Arabischen Emirate mit ihrem vielfach größeren Solar- und Windpotenzial den synthetischen Öko-Kraftstoff für Deutschlands Klimabilanz herstellen. Autarkie oder eine Verringerung der Importabhängigkeit ist in diesem Energiewende-Szenario des UBA nicht vorgesehen: „Eine dem heutigen Stand vergleichbare Importquote scheint realistisch.“

7. Die Akzeptanz bröckelt
Die Energiewende, bislang ein kaum infrage gestelltes „Gesellschaftsprojekt“, wirkt inzwischen stark polarisierend: Vor allem außerhalb der Metropolen wächst eine zum Teil gut organisierte Gegnerschaft heran. Bürgergruppen argumentieren ebenso wie Wirtschaftsvertreter, dass sich all die Lasten und Risiken nicht lohnen, da Deutschland nur für zwei Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich ist und inzwischen praktisch das gesamte Wachstum der Treibhausgasemissionen nur noch von China und Indien verantwortet wird.
wird auch oft mit grundsätzlichen Zweifeln an den menschengemachten Ursachen des Klimawandels begründet. In Bürgerversammlungen und Protestschreiben verweisen viele Windkraftgegner auf den hohen Beitrag natürlicher CO2-Quellen. Tatsächlich hat das Kohlendioxid, das für die Klimaerwärmung verantwortlich gemacht wird, nur einen Volumenanteil von 0,04 Prozent in der Atmosphäre. Und von diesen 0,04 Prozent CO2 stammen 95 Prozent aus natürlichen Quellen, etwa Vulkanen oder Verwesungsprozessen in der Natur.
[…] .

8. Fazit
Die von Lobbygruppen und Politikern geschürte Erwartung einer baldigen ökologischen Vollversorgung lässt sich statistisch bislang nicht begründen. Die mit höchstem Mitteleinsatz erzielten Fortschritte in der Energiewende erweisen sich als gering, gemessen an dem, was zur Dekarbonisierung wirklich nötig wäre. Die große öffentliche Empörung über den von US-Präsident Donald Trump angekündigten Austritt aus dem Weltklimaabkommen von Paris kontrastiert merkwürdig mit der bescheidenen Klimaschutzbilanz eines Landes, das seine eigenen CO2 Emissionen seit fast zehn Jahren nicht verringern kann. Deutschland befindet sich mitten im Märchen „Des Klima-Kaisers neue Kleider“ kurz vor der Stelle, an der das Kind sagt: Der ist ja nackt.
Höchste Strompreise, keine CO2-Einsparung, wachsende Konflikte mit dem Naturschutz, Gefahren für die Versorgungssicherheit und unveränderte Importabhängigkeit: Die Zwischenbilanz der Energiewende ernüchtert. Doch de Energiewende erzielt in Umfragen weiterhin recht hohe Zustimmungswerte.
Die städtische Bevölkerung nimmt die Folgen in ihrem eigenen Umfeld kaum wahr. Zudem sind die Gesamtausgaben der Haushalte für Energie, einschließlich Benzin und Heizöl, noch relativ konstant. Dies ist allerdings eine Folge des Ölpreisverfalls, der hauptsächlich auf die Schiefergas- und Fracking-Offensive der USA zurückzuführen ist – und nicht ein Kostenerfolg der Energiewende.

„Die Energiewende hat den Eliten ein gutes Gewissen und eine gute Rendite zugleich geboten“, sagt Michael Vassiliadis, Chef der Gewerkschaft IG BCE: „Das ist eine Kombination, die echt Power hat.“ Entstanden sei daraus „eine ganze Szenerie, die sich nur darum bemüht, die immensen Probleme der Energiewende unkritisch zu stellen“. Mit viel Geld habe man es bis heute auf einen Ökostrom-Anteil von 30 Prozent gebracht, „aber für viele Bürger sind wir gefühlt schon bei 70 Prozent“.

Die zu bewältigenden Größenordnungen seien gigantisch. Denn die Grundannahme der Energiewende, dass die fossilen Energien immer teurer würden, hat sich nicht erfüllt. „Wir sollten uns fragen, ob die Ausbauziele für erneuerbare Energien mit der heutigen Technik überhaupt darstellbar sind“, sagt der Gewerkschafter. Er selbst bezweifelt das: „Wir müssen uns mehr Gedanken über die Alternativen zu den Alternativen machen.“ – „Wir müssen mehr forschen“, findet auch Andreas Kuhlmann, Chef der Deutschen Energie-Agentur.

Obwohl die Bundesregierung die Förderung für Energieforschung aufgestockt hat, liege der Gesamtbetrag noch unter einer Milliarde Euro. Angesichts der Herausforderungen „eine eher bescheidene Summe“. In der Politik greife das Gefühl um sich, dass sich der bisherige „Top-down-Ansatz“ in der Energie- und Klimapolitik , also das Formulieren und Vorgeben von Planzielen, langsam überlebt habe. „Viele meinen heute schon, genau zu wissen, was wir im Jahre 2030 oder 2050 für die Energiewende alles brauchen“, stellt Kuhlmann fest: „Wie wir genau dahin kommen wollen, ist allerdings weit weniger klar.“
Im November, zur Weltklimakonferenz in Bonn, lädt der Dena-Chef wieder die jungen Energie-Ingenieure zum „Start-up Energy Transition Award“ ein. Vielleicht offenbart sich dort dann das Technikwunder. Denn ohne ein Wunder wird die Energiewende wohl scheitern.“

8.3 Stromkosten umso höher, je höher der Anteil der Windenergie

52,42 % staatlich veranlasste Steuern, Abgaben und Umlagen
25,14 % Nutzung der Stromnetze, die der Netzbetreiber bekommt
22,44 % Stromerzeugung und Vertrieb, die der Stromanbieter erhält

Strompreisgestaltung in Deutschland und Frankreich

Bild 46: Vergleich der Strompreiszusammensetzung Deutschland undFrankreich

Der Vergleich der Strompreiszusammensetzung zwischen Deutschland  (115c) und Frankreich zeigt: Die Kosten in der Stromerzeugung (fourniture) sind in Deutschland um etwa 1 ct/kWh billiger, die Netzentgelte /acheminement) um 2-3 ct/kWh teurer, dh die Kostenvonstromerzeugung und-Überztragung sind wenig unterschiedlich. Der wesentliche Unterschied sind die Steuern.In Frankreich machen Steuern und Abgaben 35% des relativ niedrigen Strompreise von 18,99 ct/kWh, also etwa 6-7 ct aus, dagegen beträgt in D dieser Anteil 54% von 30,43 ct/kWh und damit etwa fast 17 ct.

Schon vor der Energiepreiskrise titelt der Focus : Beim Strom macht der Staat richtig Kasse.

„Die Energiebranche fordert seit langem, den staatlichen Anteil am Strompreis endlich zu senken“, sagt BDEW-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae. „So könnte die Stromsteuer massiv gesenkt werden und die besondere Ausgleichregelung zur Entlastung der im internationalen Wettbewerb stehenden Industrie von Teilen der EEG-Umlage steuerfinanziert werden.“

Ein ganz wesentlicher Anteil der Abgaben, nämlich etwa 40 % entfällt auf die EEG- Umlage, die dazu dient die erneuerbaren Energien zu fördern, die vor allem dazu dienen sollten die Stromkosten für die Haushalte zu begrenzen, ja sogar zu senken.

8.3.1 Die EEG Umlage (siehe auch 7.2.1, Bild 33 )

Die Abbildung (115) zeigt schematisch Parameter und Organisation der sog. Erneuerbaren Energie-Umlage (EEG-Umlage).

Der Anlagenbesitzer produziert Strom.
Der Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist.
Der Anlagenbesitzer bekommt eine Einspeisevergütung vom Netzbetreiber.
Der Netzbetreiber verkauft den Strom an der Strombörse. Aus der Differenz von Vergütung und erzieltem Preis an der Börse ergibt sich die EEG-Umlage.
Der Stromkunde bezieht Strom aus dem öffentlichen Netz.
Der Stromkunde bezahlt den Strompreis inklusive der EEG-Umlage.

8.3.2 Die Einspeisevergütung

Im Kontext der Energiewende ist die Einspeisevergütung die staatlich festgelegte Vergütung, die dazu dient Stromerzeugung durch Erneuerbare Energien, d. h. Windkraft-, Solar-, Wasserkraft-, Geothermie– und Biomasseanlagen zu fördern
.
Für das Beispiel der Windkraft beschreibt Gevestor beschreibt die Strukturierung des gesetzlich festgelegten Einspeisetarifs, der die Rentabilität von Windkraftanlage garantiert .

„Das Erneuerbare-Energien-Gesetz garantiert Besitzern von Windkraftanlagen nämlich einen gewissen Mindestpreis für den produzierten Strom – und das in der Regel über 2 Jahrzehnte hinweg.

Windkraftanlagen – je früher sie am Netz sind, desto höher ist die Rentabilität

Während der ersten 5 Jahre nach der Inbetriebnahme zahlt der Netzbetreiber den Besitzern von Windturbinen an Land bei deren Erstbetrieb 8,93 Cent pro Kilowattstunde (KWh). Sofern die Turbine schon vor dem 1. Januar 2015 am Netz ist, erhöht sich die Anfangsvergütung um 0,48 Cent pro KWh.

Außerdem verlängert sich die Anfangsperiode um einige Monate, wenn die von der Turbine produzierte Energie eine gewisse Schwelle nicht überschreitet.
Nach den ersten 5 Jahren sinkt der Einspeisetarif auf 4,87 Cent pro KWh

8.3.3 Die Entwicklung der EEG -Umlage

Bild 47 : Die Entwicklung der EEG-Umlage (Kurve) und ihrer Komponenten (Balkendiagramm)
von 2010 bis 2020 und die Prognose von AGORA bis 2035

energie-tipp.de beschreibt die paradoxe Entwicklung, dass durch die spezielle Konstruktion der EEG- Umlage mit steigendem Ökostrom die Stromkosten steigen und nicht, wie versprochen, sinken.

„Seit der Einführung im Jahr 2000 kannte die EEG-Umlage eigentlich nur eine Richtung: nach oben. Weil immer mehr Anlagen für Erneuerbare Energien in Betrieb gingen, wurde sie Jahr für Jahr angehoben. Mit diesem Anstieg stiegen auch die Kosten für die Verbraucher. Die schiere Zahl der Anlagen trieb die Menge des produzierten erneuerbaren Stroms nach oben. Die Netzbetreiber zahlten immer mehr Einspeisevergütungen an immer mehr Betreiber.

Immer mehr Ökostrom senkte Strompreise an der Börse
Zum anderen vergrößerten die erneuerbaren Energien das Stromangebot an der Börse und senkten – gemeinsam mit anderen Effekten – dort den Strompreis. Die Differenz zwischen Strompreis und der festen Vergütung, den die Anlagenbetreiber erhielten, stieg. Die Verbraucher mussten diese Differenz über Strompreiserhöhungen wieder ausgleichen. Das führte zu einer paradoxen Situation: Je stärker die Erneuerbaren Energien den Strompreis senkten, desto höher stieg die EEG-Umlage.

Befreiung von der EEG-Umlage aus Wettbewerbsgründen
Ein weiterer Faktor: Unternehmen mit besonders hohem Stromverbrauch aus Branchen die im internationalen Wettbewerb stehen, können sich mittels eines Antrags von der EEG-Umlage befreien lassen. Die Befreiung soll sie im internationalen Wettbewerb stärken. Das treibt die Kosten für Verbraucher in die Höhe.

Trendumkehr 2014, 2018 und 2019: Die EEG-Umlage sinkt
2014 wurde die EEG-Umlage erstmals gesenkt, ebenso 2018 und 2019. […]

Als ein Grund für diese Trendumkehr gilt die Gesetzesnovelle zur EEG-Umlage, die im Sommer 2014 verabschiedet wurde. Dazu schreibt das BMWi
„Die gefährliche Kostendynamik durch den schnellen Ausbau der erneuerbaren Energien wird mit dem neuen EEG durchbrochen, indem Überförderungen abgebaut, Vergütungen abgesenkt und Boni gestrichen werden. Die durchschnittliche Vergütung für erneuerbare Energien beträgt derzeit circa 17 Cent pro Kilowattstunde (kWh), für Neuanlagen wird sie ab 2015 auf circa 12 Cent/kWh gesenkt. Die „Lernkurve“ bei der Entwicklung erneuerbarer Energien hat auch gezeigt, welche Technologien sich langfristig rechnen. Dementsprechend wird die Förderung auf wettbewerbsfähige, kostengünstige Technologien konzentriert: Der Zubau der kostenintensiven Biomasse wird verlangsamt, Sonne und Wind haben Vorrang. Der Vertrauensschutz ist allerdings gewährleistet – für Betreiber bestehender Anlagen ändert sich nichts. Die Stromproduktion wird weiter nach dem Fördersatz vergütet, der bei der Inbetriebnahme gültig war.“

Ab 2020: Anstieg durch Steuergelder gebremst
Im Jahr 2020 lag die Umlage bei 6,756 ct/kWh (Bundesnetzagentur). Für 2021 wurde der Anstieg durch Haushaltsmittel aus dem Konjunkturpaket auf 6.5 ct/kWh gebremst
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier: „Denn zusätzlich zu den Mitteln aus dem Konjunkturpaket wird die EEG-Umlage in den kommenden Jahren durch Einnahmen aus der neuen nationalen CO2-Bepreisung entlastet.[…]

Über Einnahmen aus der nationalen CO2-Bepreisung sowie zusätzliche Haushaltsmittel in Höhe von rund 11 Mrd. Euro aus dem zweiten Nachtragshaushalt 2020 wird die EEG-Umlage in 2021 auf 6,5 ct/kWh bzw. in 2022 auf 6,0 ct/kWh begrenzt.“

Dazu kommentiert der Energiedienstleister EHA : „ Damit die Senkung der Umlage in Bezug auf den Umlage-Mechanismus auch funktionieren kann, beziffert die Bundesregierung den zusätzlichen Finanzaufwand auf 11 Mrd. Euro, um die garantierte Vergütung für die Anlagenbetreiber aufrecht erhalten zu können. Dies soll durch Zuschüsse aus Haushaltsmitteln des Bundes finanziert werden“.

Im Jahre 2022 wird die EEG- Umlage um etwa 2 ct durch den Haushaltszuschuss entlastet (siehe unten die Berechnungen EWI). Das sind jedoch gleichfalls Steuern und zwar auf den Strompreis bezogen ungefähr weitere 5%, d.h. der wahre Steueranteil am Strompreis in D beträgt etwa 60%.

Das Energiewirtschaftliche Institut an der Universität zu Köln (EWI) berechnet den wahrscheinlichen Anstieg 2021 der EEG Umlage für den Endverbraucher ohne die 11 Milliarden -Unterstützung aus dem Konjunkturpaket. Die EEG-Umlage wäre um 25 Prozent höher liegen als 2020 d.h. bei 8,44 ct/kWh, selbst wenn man die im Klimaschutzpaket (CO2-Steuer) vorgesehenen Maßnahmen zu ihrer Begrenzung mit einbezieht. Ohne diese Entlastungsmaßnahme würde die Umlage laut EWI 2021 sogar auf 9,99 Cent pro Kilowattstunde ansteigen und liegt damit deutlich über der AGORA-Schätzung von etwa 7,5ct/kWh für 2021.

Für das Jahr 2022 schreibt die Bundesnetzagentur: „Für das Jahr 2022 Jahr beträgt die Umlage zur Deckung der Kosten des nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vergüteten Stroms 3,723 ct/kWh. Die Umlage sinkt damit um fast 43 Prozent. Eine Umlage von unter 4 ct/kWh wurde zuletzt 2012 erreicht (3,592 ct/kWh) Hauptgrund für den starken Rückgang der EEG-Umlage sind die deutlich gestiegenen Börsenstrompreise. Die hierdurch steigenden Vermarktungserlöse für den Erneuerbaren Strom reduzieren den Förderbedarf erheblich. Der zusätzliche Förderbedarf von neuen EEG-Anlagen ist dadurch vernachlässigbar gering. Wie im vergangenen Jahr wird die Umlage auch durch einen Bundeszuschuss gesenkt. Der Bundeszuschuss wird aus den Einnahmen der CO2-Bepreisung finanziert.“ (siehe auch den Artikel der EHA)

Trotz des stetig steigenden Anteils der Erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch (Ziel der Bundesregierung 40-45% im Jahre 2025 und 55-60% im Jahre 2035) nimmt nach Agora die EEG-Umlage ab etwa 2024 ab (siehe obige Abbildung). Ursache sind die niedrigeren Vergütungssätze für Neuanlagen in der Folge der EEG-Novellierung 2014, der Verschiebung der Anteile der Photovoltaiktechnologie ( mit anfänglich sehr hohen Vergütungssätzen bis etwa 2014) auf einen zunehmend höheren Prozentsatz von Windkraftanlagen. Zusätzlich wird postuliert, dass Photovoltaik-Anlagen nach Ende der Förderperiode noch weitere 5 Jahre ohne Förderung betrieben werden, weil sie technisch noch funktionsfähig und am Strommarkt wirtschaftlich einsetzbar sind.

8.4. Subventionen der grünen Energie in Deutschland und Europa (EU)

Die EEG-Umlage dient zur Finanzierung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien: Das heißt, das Geld aus der Umlage geht an die Besitzer von Windrädern, Solar- und Biogasanlagen sowie an Wasserkraftwerke. Und bereits 2017 titelte die Deutsche Welle „Subventionsmaschine Energiewende“ .

Wie stark die deutsche Windindustrie von Subventionen abhängig ist zeigt die panikartige Reaktion von Politik und Wirtschaft zum Auslaufen der Fördermittel der Bestandsanlagen nach 20 jähriger Betriebszeit. Der niedersächsische Energie-und Umweltminister Olaf Lies rechnt „mit dem Schlimmsten und sieht die die Verwirklichung der energiepolitischen Ziele auf eine Katastrophe zusteuern“.

Die ausgeförderten Anlagen sind wohl zum großen Teil noch funktionsfähig, aber nur ein Anteil von etwa 45 % lassen sich wirtschaftlich betreiben. Zudem sind ein Teil der Netzbetreiber unwillig den von ausgeförderten Anlagen produzierten Strom den Einspeisungsvorrang einzuräumen.

So sollte per Verordnung ein Anspruch auf eine Anschlussvergütung bis Ende 2022 geschaffen werden, die jedoch nach EU Recht nicht möglich war . So bleibt für die betroffenen Anlagenbetreiber nur die Möglichkeit, bis Ende des Jahres 2021 einen degressiven Aufschlag von 1.0 c/kWh t bis 0,25 c/kWh auf den Marktpreis zu erhalten.

Kein Land der EU fördert die Erneuerbaren so stark wie Deutschland
Dem Bericht der Kommission der EU 2020 report on the State of the Energy Union über die Subventionen von Energie in der EU ist folgende Graphik (Bild 51) entnommen. Sie zeigt dass die deutschen Energiesubventionen mit etwa 45 Milliarden € doppelt so hoch sind wie in Frankreich und allein die Subventionen Grüner Energien RES (Renewable Energy Sources) sind größer als die gesamten Subventionen Frankreichs. Weniger als 1/3 der Subventionen entfallen auf die fossile Energieerzeugung, die allerdings für 79% des Primärenegieverbrauchs veratwortlich ist gegenüber nur 14% durch Erneuerbare Energien.

Im Zeitraum 2000 bis 2021 wurden vom Steuerzahler nahezu 250 Milliarden an EEG- Differenzkosten ( Die Differenzkosten des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) ergeben sich aus den gezahlten Vergütungszahlungen der Übertragungsnetzbetreiber abzüglich ihrer durch den Verkauf des EEG -Stroms erzielten Einnahmen ) bezahlt. Zusätzlich zur EEG Umlage bezahlt der Steuerzahler jedes Jahr noch die KWK-Umlage (z.B. für Blockheizkraftwerke). Die deutsche Ökostromförderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) war 2020 so teuer wie nie zuvor. Wie die vier Netzbetreiber Amprion, Tennet, 50Hertz und TransnetBW am Dienstag mitteilten, flossen im vergangenen Jahr 30,9 Milliarden Euro an die Betreiber von EEG-geförderten Wind-, Solar- und Biomasseanlagen.

Mit diesen Zahlen und speziell unter dem Standpunkt der Energiesicherheit ist die Forderung des DIW Schluss mit den gigantischen Subventionen für Kohle, Öl und Gas bemerkenswert

Das DIW wird im Transparenzregister der EU allerdings als Lobby-Organisation geführt. [6]

Bild 48: Energiesubventionen in Milliarden € und als % des Bruttosozialprodukts für die EU im Jahre 2018

RES (Renewable Energy Systems): Erneuerbare Energien

8.4.1 Indirekte Subvention: Bewusste Verteuerung fossiler Brennstoffe: Energiepreiskrise 2

2022 Stromkosten steigen weiter
Trotz einer EEG- Umlage von nur 3,7 ct/kWh gilt für Deutschland auch weiterhin: Der Strompreis steigt immer weiter. So kostet nach Strom-Report im Januar 2022 1 kWh Strom in Deutschland 34,6 ct, bei Neuverträgen sogar 43 ct/kWh .

Strompreisentwicklung Privathaushalte Deutschland 10 Jahre

8.4.2 Politische Blockade von Nordstream 2, fossile Energiepreise steigen

Die Preistreiber dieser Verteuerung sind nach strom-report.de
Preistreiber Nummer1: Die angespannte Situation auf dem Gasmarkt der Gaspreis verteuert die Stromgewinnung aus Gas.
Die Gasspeicher leeren sich jahreszeitbedingt, die Nachfrage auf dem Gasmarkt steigt weiter

Diese Situation wird im Kapitel 7.12.2 dieser Webseite analysiert z.B. wie eine falsche spekulative Einkaufspolitik der EU Staaten eine rechtzeitige Füllung der Gasspeicher verhindert hat. So nahm Angela Merkel Russland gegen den Vorwurf in Schutz, dass die Preissteigerungen mit mangelnden Lieferungen zu tun haben könnten Sie verwies darauf, dass Europa sich weniger auf langfristige Lieferverträge und mehr auf den Gaseinkauf auf dem Spot- Markt gestützt habe. Gazprom hat die vertragsmäßigen Lieferungen geleistet wie Analysten und Großhandelskunden bestätigen.

Die Bundesregierung hat mit Unterstützung der USA die Freigabe der soeben fertiggestellte Gaspipeline Nord Stream 2 als politisches Druckmittel gegen Russland im Ukrainekonflikt bestimmt.

Kommentar Autor Die feministische Aussenpolitik von Frau Baerbock setzt damit unnötigerweise die Energiesicherheit Deutschlands aufs Spiel und verteuert die Energiekosten für den deutschen Bürger. Daran ändert auch der von Herrn Habeck für Juli 2022 angekündigte Wegfall der EEG-Abgabe nichts: die Gesamtbelastung der Verteuerung bleibt gleich, es ändert sich nur die Verteilung der Finanzierungskosten. Wie von Lomborg prognostiziert wird der Erneuerbare Energien-Strom ständig teurer. Darüber hinaus muss nun wahrscheinlich die russische Erdgaslieferung durch amerikanisches Fracking-Flüssiggas ersetzt werden, das stärker umweltbelastend ist und mit besonders umweltschädlichen Tankern nach Deutschland transportiert wird. Während der deutsche Steuerzahler zur Kasse gebeten wird, profitiert die amerikanische Wirtschaft unter starker Belastung der Umwelt.

Die Tagesschau berichtete:
„Nach den jüngsten Äußerungen von Bundesaußenministerin Baerbock über die Pipeline Nord Stream 2 sind die europäischen Gaspreise wieder deutlich gestiegen. Und die Speicher sind kaum gefüllt.[…]

Als Grund für den neuerlichen Anstieg nannten Branchenbeobachter die Aussagen von Außenministerin Annalena Baerbock vom Sonntagabend. Im ZDF-„heute journal“ hatte sich die Grünen-Politikerin gegen eine rasche Inbetriebnahme der Pipeline Nord Stream 2 ausgesprochen. Sie betonte, dass die Röhre „die Vorgaben des europäischen Energierechts nicht erfüllt und die Sicherheitsfragen ohnehin noch im Raum stehen“ .

Der französische Journalist Jean-Marc Sylvestre schreibt auf der Webseite „Atlantico“:
Deutschland ist wütend auf Russland, Europa erwartet Emmanuel Macron als Schlichter: die Gaspreise schießen erneut in die Höhe
„Die Situation ist ziemlich verwirrend, weil die russischen Gaslieferungen in Deutschland sehr umstritten sind. Deutschland verbraucht das russische Gas eher widerwillig. Deutschland zieht eher Gas aus den USA vor […]

Es wird übrigens notwendig sein, dass die deutschen Umweltschützer uns erklären werden warum sie die Kernkraft verlassen haben und sich der Kohle zugewandt haben. Es ist erforderlich dass die neue deutsche Regierung ganz Europa erklärt warum sie das amerikanische Schiefergas dem russischen Gas vorzieht. Das Schiefergas ist teurer und darüber hinaus stärker umweltverschmutzend als das russische Gas.

Mangels einer überzeugenden Erklärung erklärte der neue deutsche Aussenminister, dass Nord Stream 2 solange nicht genehmigt werden kann solange es Spannungen an der ukrainischen Grenze gibt. […]

Folglich schliessen die Marktteilnehmer, dass es Risiken bei den Gaslieferungen gibt und die Preise steigen erneut steil in die Höhe , 10-15% seit Montag. Gestern stand man bei € 116, 75 für die Megawattstunde, und damit auf dem Rekordniveau, das im Oktober letzten Jahres erreicht war.“
Preistreiber Nummer 2 nach Stromreport ist die CO2-Abgabe. Da im Herbst weniger Wind als üblich produziert wurde, mussten emissionsintensive Energien [z.B. Braunkohle, Stommix Anteil 23%] einspringen, um die Stromlücke zu schließen, was den Strom aufgrund der CO2-Abgabe verteuert Preistreiber Nummer 3 sind die Netzentgelte Die Tendenz zeigt eine Steigerung von 4% im bundesdeutschen Durchschnitt.

Zur Notwendigkeit von Gaskraftwerken für die Energiewende nach dem Kohle- und Atomausstieg schreibt das Ministerium für Wirtschaft und Klimaschutz :
„Mit der Energiewende steigt die Bedeutung von Stromerzeugungsanlagen, die flexibel und schnell auf die wetterabhängige Stromerzeugung von erneuerbaren Energien reagieren können. Auch sich ändernde Verbrauchssituationen werden berücksichtigt. So fördert die Bundesregierung zum Beispiel flexible, gasbetriebene Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und hat zeitgleich mit dem Entwurf des Kohleausstiegsgesetzes auch eine Novelle des KWK-Gesetzes vorgelegt. Damit wird unter anderem gezielt ein Brennstoffwechsel von Kohle auf Gas gefördert.

Wie sicher ist die deutsche Stromversorgung? Bleibt sie auch mit Kohle- und Atomausstieg sicher?
Wie soll die Stromversorgung der Kohle- und Kernkraftwerke ersetzt werden, wenn die Versorgung mit Wind- und Solarenergie noch nicht ausreicht?
Der Monitoringbericht des Bundeswirtschaftsministeriums hat auch Szenarien mit geringer Einspeisung aus Wind- und Solaranlagen sehr genau untersucht. Er kommt zu dem Ergebnis, dass in solchen Situationen Gaskraftwerke und Speicher zum Einsatz kommen. Zusätzlich können Lastmanagement und Importe genutzt werden.“

8.4.3 Der andere Weg: Frankreichs Reaktion auf die Energiepreiskrise

Die französische La Depeche berichtet: „ Die Erhöhung des Strompreises wird im Lauf des Jahres 4 % nicht übersteigen, versichert diesen Donnerstag der Wirtschaftsminister, Bruno Le Maire […] Die Regierung wird Electricite de France (EDF) auffordern mehr billigen Strom an seine Konkurrenten zu liefern, um sein Versprechen einzuhalten, kündigte der Minister an. Durch ein Absenken der Stromsteuer und die Lösung, die mit der EDF gefunden wurde wird sich die Stromrechnung der Franzosen über das gesamte Jahr 2022 nicht um mehr als 4 % erhöhen. Das ist eine beträchtliche Leistung des Staates und der EDF. Ohne diese Massnahmen hätte die Preiserhöhung am 1 Februar 2022 mehr als 35% betragen“

8.4.4 Energiepreiskrise: In Deutschland trägt die Lasten der Steuerzahler

Wie oben unter „Der Strompreise in Deutschland und das Nordstream 2-Projekt“ dargestellt reagiert die deutsche Regierung auf die Energiepreiskrise indem sie die Stromkosten für den Verbraucher , die bereits die höchsten der Welt zahlt , noch einmal um mehr als 10% erhöht. Und dies obwohl sie mit ihrer Zustimmung zum Nord Stream 2- Projekt den Schlüssel in der Hand hätte, die Situation zu entspannen. Zudem gefährdet sie die Stromsicherheit Deutschlands und nimmt bewusst ein erhöhtes Risiko der katastrophalen Folgen eines totalen blackouts für die Bevölkerung in Kauf.

Wirtschafts- und Klimaschutzminister lehnt Steuersenkungen ab
Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat Forderungen nach einer Senkung der Stromsteuer und der Mehrwertsteuer auf Energie zurückgewiesen. „Ein Kinder-Sofort-Zuschlag, der an Familien geht, die jeden Cent umdrehen müssen, ist wesentlich gezielter als eine pauschale Steuersenkung, von der auch Reiche profitieren“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstag).

t-online berichtet: Für rund 1,6 Millionen Menschen hat die Ampelkoalition einen Heizkostenzuschuss beschlossen
Diese Entscheidung erzeugt Widerspruch: Mit dieser Entscheidung ist Die Chefin der Grünen Jugend, Sarah-Lee Heinrich, hält die Unterstützungspläne der Ampelkoalition angesichts der hohen Energiepreise für unzureichend. „Es reicht nicht, Menschen, die Wohngeld beziehen, 135 Euro Heizkostenzuschlag zu zahlen“, sagte Heinrich t-online. „Das hilft vielleicht einem Zehntel aller Menschen, die von steigenden Heizkosten betroffen sind.“ Eine warme Wohnung dürfe kein Luxus sein.

Kommentar des Autors: Die neue Regierung bleibt damit den Prinzipien der deutschen Politik der jüngeren Vergangenheit treu: Versuch der Einflussnahme auf internationale Entscheidungen durch die Rolle des großzügigen Geldgebers. Erwirtschaftet werden diese Geldausgaben durch eine geduldige obrigkeitsgläubige Bevölkerung über hohe Steuern und Abgaben.

Robert Habeck stellt populistisch fest, dass es unter den Steuerzahlern ausserhalb der 1,6 Millionen Wohngeldempfänger und Studenten viele Reiche gibt, so dass eine Steuersenkung nicht sinnvoll ist.

8.5 Die Wirtschaftlichkeit von Windrädern

8.5.1 Schwache Rentabilität

Im Hinblick auf die Subventionen , die den grünen Energieezeugern zufliessen sollte eine Entwicklung zu rentablen Unternehmungen die Folge sein . So wird in den folgenden Abschnitten die Wirtschaftlichkeit von Windkraftanlage näher betrachtet, die zunehmend die nachaltige Energierzeugung übernehmen sollen (Siehe AGORA).

Die faz stellt in ihrem Artikel „Windkraftanlagen geben keinen Anlass zu Jubelstürmen“ eine eingehende Analyse einer Vermögensanlage in Windkraftanlagen mit der folgenden Schlussfolgerung an:

„Die einzelnen Ergebnisse […] zeigen in aller Deutlichkeit, dass auch bei grünen Anlagen die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Renditen von 8 oder 10 Prozent nach Steuern beruhen auf Prognosen und Spielereien, die von der Wirklichkeit ablenken. Die üblichen Renditen liegen für Bezieher mittlerer Einkommen zwischen 3 und 6 Prozent. […]

Der Privatmann legt eine bestimmte Summe auf den Tisch. Er bekommt 20 Jahre lang gewisse Beträge zurück. Danach ist die Sache zu Ende. Folglich eignen sich Wind und Strom, so spöttisch das klingen mag, vorzugsweise für Senioren, die in der Jugend im fremdfinanzierten Porsche durch die Lande gefahren sind, jetzt aber im Alter etwas Geld haben, regelmäßige Erträge brauchen und ihr Seelenheil auf dem Fahrrad und im Ökostrom suchen.“

„Ein schwäbischer Initiator bietet im Augenblick in Sachsen einige Windkrafträder an. […]
Im vorliegenden Fall geht es um eine Anlage, die effektiv 100.000 Euro kostet, wenn sich 52 Anleger die Sache teilen. Dafür winken jedem Anleger über zwei Jahrzehnte hinweg Erträge von 8000 Euro je Jahr, da der Strom nach dem Gesetz über die erneuerbaren Energien (EEG) erstens solange und zweitens so hoch absetzbar ist. Was danach kommt, steht in den Sternen. Die Geschichte muss nicht zu Ende sein, doch sie kann es sein, so dass nüchterne Kaufleute unterstellen, dass weitere Zahlungen ausbleiben und die Anlage trotz des Hinweises, keinem oder nur mäßigem Verschleiß zu unterliegen, eben doch nichts mehr wert sein wird. […]

Die Gegenüberstellung der eingesetzten 100.000 Euro und der 20 Rückflüsse von jeweils 8000 Euro bedeuten[…] auf keinen Fall eine jährliche Verzinsung von 8 Prozent. Der hohe Wert würde nur dann gelten, wenn dem Anleger nach 20 Jahren die anfänglichen 100.000 Euro erstattet werden würden. Dies wird aber mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht der Fall sein. Maschinen sind nach 20 Jahren in der Regel keinen Cent mehr wert, weil sie abgenutzt sind. Folglich sind Restwerte von 20 oder 30 Prozent, die in Modellrechnungen auftauchen, blanke Utopie und lenken von der Wirklichkeit ab.

Die anfängliche Zahlung von 100.000 Euro und die 20 jährlichen Rückflüsse führen zu einer Verzinsung von 4,96 Prozent im Jahr.

( Autor: Sie können diesen reellen Zinssatz nach der Formel bei Ionos mit KWo =0 selbst berechnen). […]

Unter Berücksichtigung der persönlichen Steuern verschieben sich die Ergebnisse. […] Wer zum Beispiel etwa 35 Prozent seiner Einnahmen abgeben muss, kann sich bei der Windkraftanlage nach Steuern über eine jährliche Rendite von 3,36 Prozent freuen.“

„Unabhängig von den Renditen, die bei den Geschäften winken, sollten die Anleger auch einen Blick auf die Risiken werfen. Die Initiatoren loben die Sicherheit der Anlagen wegen der staatlichen Garantie, den Strom zu festen Preisen abzunehmen, über den Klee. Wie viel staatliche Garantien wert sein können, wenn die öffentlichen Kassen leer sind, zeigt ein Blick nach Berlin. Dort sind Tausenden von Privatleuten, die ihr Geld in den Wohnungsbau gesteckt haben, hohe Subventionen versprochen worden. Die Kassen der Hauptstadt sind aber so leer, dass das Land die Förderung gestrichen hat. Nun hängen die Anleger in den Seilen.“

8.5.2 Windfonds enttäuschten bislang oft

Stiftung Warentest hat die Rentabilität von Windparks in Deutschland untersucht und kommt zu folgendem Schluß:

„Wind ist der bedeutendste Träger erneuerbarer Energie in Deutschland. Daten der Leuphana Universität Lüneburg legen nahe, dass es mindestens 600 Bürgerwindparks gibt.

Windinvestments enttäuschten aber oft. Finanztest untersuchte 2015, wie seit 1972 aufgelegte geschlossene Fonds abgeschnitten haben. So wurden diese Beteiligungen früher bezeichnet. Von den 49 Umweltfonds, zu denen Windfonds zählen, erfüllte keiner die Prognosen. Gemessen am Anlegerkapital bescherten 62 Prozent sogar Verluste.

Eine Ertragsschwäche stellt auch der Steuerberater Werner Daldorf vom Vorstand des Anlegervereins Windenergie mit Sitz in Berlin fest. Er hat gut 2 000 Jahresabschlüsse von 228 Windfonds aus den Jahren 2000 bis 2016 analysiert. Sie erzielten insgesamt nur knapp 87 Prozent der geplanten Erlöse. Nur jeder Achte erreichte die Prognosen. Erlösausfälle schmälern die Rückflüsse deutlich. Anleger von Bürgerwindparks erhielten im Schnitt nur 67 Prozent der Plan-Ausschüttungen. […]
Unser Rat
Sie überlegen, sich an einem Bürgerwindpark zu beteiligen? Machen Sie sich klar, dass Sie damit unternehmerische Risiken eingehen. Investieren Sie nur, wenn Sie das Geld viele Jahre nicht brauchen und einen Total­verlust verkraften können. Stecken Sie nicht mehr als 5 Prozent des Vermögens in solche Beteiligungs­modelle.“

8.5.3 Windparkgesellschaft ABO-Invest, Betrieb mit Verlusten

Bild 49: Jahresergebnis 2018 und 2019 von Windparks (Quellen siehe unten)

Der Wiesbadener ABO INVEST Konzern, der zur ABO Wind Gruppe hält Beteiligungen an Windparkgesellschaften, die zuvor von der ABO Wind AG projektiert wurden .Im Jahre 2019 zeigt er bilanziell einen Konzernverlust von – 25,4 Mio. Euro. Innerhalb von Deutschland werden diverse Windparks durch den Konzern betrieben, die wie die obige Tabelle zeigt mit geringen Gewinnzahlen bzw Verlust arbeiten . Die Tabellengrafik ist der Webseite https://www.niederwallmenach.org/unsere-themen/wirtschaftlichkeit-von-windr%C3%A4dern/ entnommen, der Leser kann die Zahlen im Geschäftsbericht der ABO Invest 2019 nachlesen.

8.6 Die Wirtschaftlichkeitsbilanz: Billionen Euros Kosten, keine messbare CO2 Reduzierung in der Atmosphäre

8.6.1 Bisherige Klimaschutzkosten

Das Düsseldorfer Institut für Wettbewerbsökonomie DICE schätzt allein für die Stromerzeugung Deutschlands Klimaschutzkosten von € 150 Milliarden bis 2015 und € 520 Milliarden bis 2025. Der Green Deal der EU sieht Ausgaben von etwa € 1 Billion bis 2030 vor.

8.6.2 Weltweit verringerte Emissionen, CO2- Gehalt der Atmosphäre steigt weiter

Demgegenüber sind die erzielten „Ergebnisse“ alarmierend. Trotz messbarer Anstrengungen der EU- Staaten ihre Treibhausgasemissionen zu reduzieren und trotz einer weltweiten Abflachung der Emissionskurve seit etwa 2010, ist der CO2- Gehalt der Atmosphäre weiter im Anstieg begriffen.

Was die Treibhausemissionen anlangt, so ergibt der Vergleich der innereuropäischen Daten die folgenden Grafiken für Deutschland und Frankreich und die EU.

Die weiter oben beschriebene Stagnation der Emissionen in Deutschland endet 2018. Die Abnahme der Emissionen zwischen 2010 und 2019 liegt sowohl für Deutschland wie Frankreich bei 13- 14 %, gegenüber ca 11% im gesamten EU-Bereich. Bitte beachten Sie, dass die Maßstäbe der 3 Graphen unterschiedlich sind.

Emissionen in Deutschland

Emissionen in Frankreich

Emissionen EU 27

Bild 50: CO2- Emissionen Deutschland, Frankreich, EU von 1989- 2019

Bitte beachten Sie, dass die Maßstäbe der 3 Graphen unterschiedlich sind.

Weltweite CO2-Emissionen
Weltweit hat sich der Anstieg der Emissionen etwa ab 2010 abgeschwächt. Die Finanzkrise und die Covid -Pandemie sind durch Einschnitte sichtbar.

Annual Emissions worldwide from 1940 to 2020

Bild 51: Die Entwicklung der weltweiten CO2- Emissionen 1940- 2021

In Carbon Brief berichtet Zeke Housefather, dass neueste Daten des Global Carbon Projects (GCP) zeigen, dass die globalen Treibhausgasemissionen während der letzten Dekade wahrscheinlich flach verliefen. Die GCP Treibhausgasdaten fassen sowohl fossil erzeugtes CO2 wie auch das durch Veränderung von Landnutzung z. B. Umwandlung von Wäldern oder Mooren in Ackerland, verursacht (LUC) . Der fossile Anteil beträgt etwa 90%. Die neuen reduzierten LUC Daten lassen vermuten dass in den letzten Jahren die Umwandlung in Landwirtschaftsflächen geringer war als zuerst veranschlagt. Dieser Sachverhalt gilt vor allem für tropische Regionen.
Die untere Abbildung zeigt die weltweiten Emissionen von CO2 fossilen und Landnutzungsänderungs -Ursprung.Die hellblaue Linie zeigt den Verlauf der ursprünglichen Messungen während die dunkle durchgezogene Kurve die neue Schätzung darstellt.

8.6.3 CO2- Gehalt der Atmosphäre

Was nun die Auswirkung dieser Reduktionen auf den CO2- Gehalt der Atmosphäre anlangt ist keine Änderung der steigenden Tendenz zu erkennen. Selbst wenn man eine zeitliche Verzögerung in Rechnung stellt, bleibt der Anstieg unverändert.

Die Mauna Loa Daten wurden in einer Höhe von 3400 m gemessen, aber auch in Bodennähe setzt sich der Anstieg fort.

Bild 52: Atmosphärisches CO2 in 3400 m Höhe

Die rot eingezeichnete Zyklen der erste Abbildungen sind die jahreszeitlichen Schwankungen durch den Pflanzenwuchs.
Die nachfolgende Abbildung zeigt den Anstieg des atmosphärischen CO2 in Bodennähe

Bild 53: Atmosphärisches CO2 in Bodennähe

Trotz des weiterhin starken Verbrauchs fossiler Brennstoffe in China und Indien hat sich der Ausstoß der weltweiten CO2- Emissionen seit etwa 2010 deutlich abgeschwächt. Auf den Anstieg des atmosphärischen Kohlendioxids hatte dies im betrachteten Zeitraum, unabhängig von der Höhe der Messung, keinen Einfluss.

8.7 Die Energiewendelobby und die Verwirklichung der Großen Transformation

Politiker, Experten, Lobbyvertreter und internationale NGO‘s haben sich in den letzten Jahren und Monaten , insbesondere in D, zu einem dichten Netzwerk von Energiewende- Befürwortern verknüpft.

So wurde z.B. der Geschäftsführer und Gründer der Beratungsfirma Agora („Denkfabrik“) Patrick Graichen von Robert Habeck 2021 zum Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz ernannt. Dort ist er insbesondere zuständig für Energie- und Klimafragen. So steht es im Wikipedia, das ihn auch als Ökolobbyisten bezeichnet.

In Studien wie „Klimaneutrales Deutschland 2045“ :Wie Deutschland seine Klimaziele schon vor 2050 erreichen kann, fungiert Agora zusammen mit der „Stiftung Klimaneutralität“als Auftraggeber.

In der neuen Regierungsmannschaft folgt er auf Jochen Flasbarth, bis Dezember 2021 Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Als nach der Bundestagswahl 2021 die bisherige Bundesumweltministerin Svenja Schulze  auf den Posten als Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wechselte, nahm sie Flasbarth als ihren Staatssekretär mit.

Zur Finanzierung von Agora schreibt Wikipedia : Hinter der Organisation stehen die Stiftung Mercator und die European Climate Foundation
Über die Finanzierung der Stiftung Klimaneutralität liest man auf ihrer Webseite: Die Stiftung Klimaneutralität wird von der gemeinnützigen US-amerikanischen Climate Imperative Foundation unterstützt, die weltweit besonders relevante Klimaschutzaktivitäten finanziert. Zum Direktor der Stiftung wurde der Klima- und Energieexperte Rainer Baake berufen, der von 1998 bis 2005 Staatssekretär im Bundesumweltministerium und von 2014 bis 2018 Staatssekretär im Bundeswirtschafts- und Energieministerium war.

In Rheinland-Pfalz gibt es seit der Landtagswahl 2021 ein Arbeits- und Transformationsministerium für das der Minister, der SPD-Politiker Alexander Schweitzer, folgende Aufgaben definiert:

„Rheinland-Pfalz bekommt eine Transformationsagentur, um den Wandel in der Arbeits- und Lebenswelt so zu gestalten, dass Arbeitsnehmerinnen und Arbeitnehmer und alle Menschen in Rheinland-Pfalz gestärkt aus der Krise kommen“. Die Ausschreibung der Transformationsagentur konnte nun das Unternehmen „Prognos“ für sich entscheiden.

Prognos wiederum war federführend in der oben erwähnten Studie „Klimaneutrales Deutschland 2045“, wobei u.a. auf die Agora-Studie Akzeptanz und lokale Teilhabe in der Energiewende Bezug genommen wurde:

# Die Energiepolitik muss Akzeptanzpolitik in ihr Zentrum stellen, sonst scheitert die Energiewende. Denn das Ziel der Klimaneutralität bis spätestens 2050 erfordert 100 Prozent Erneuerbarer Energien im Stromsektor. Ein Energiesystem auf Basis dezentraler und kleinteiliger Erzeugungsanlagen rückt zwangsläufig näher heran an die Bürgerinnen und Bürger. Es kann deshalb nur mit ihnen, nicht gegen sie umgesetzt werden.“

# Gesellschaftliche […]Akzeptanz vollzieht sich in Form von stärkerer Befürwortung und mehr Unterstützung der Mehrheit[…], die die Energiewende befürwortet oder unterstützt. Diese Gruppen zu bestärken und zu aktivieren, sollte die Handlungsmaßnahmen der Akzeptanzpolitik bestimmen

# […] Wirtschaftliche und soziale Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern sowie von Kommunen in Projekte der Energiewende, Transparenz in Entscheidungs- und Genehmigungsprozessen und eine von den Anwohnern als fair empfundene Flächenbereitstellung.[…]

# Die von der Bundesregierung bisher geplanten Akzeptanzmaßnahmen reichen für einen Neustart der Windenergie an Land bei weitem nicht aus. Für die Energiewende als Marathonlauf braucht es eine auf Dauer und Stabilität angelegte umfassende Akzeptanzpolitik.

Autor: Explizit heißt das, Beteiligung von Bürgern und Gemeinden in unrentablen Windkraftprojekten (siehe 8.5 Die Wirtschaftlichkeit von Windrädern), Pseudoeinbindung der Bürger in Entscheidungsprozesse in Form von experten-gelenkten Bürgerräten.

Jahrelang wurde die Grosse Transformation von der regierungstreuen Presse schlagwortartig  als Verschwörungstheorie abgetan. Nun hat eine linksgrüne ideologische Interessengemeinschaft aus Politikern, wissenschaftlichen Experten, Vertretern der Ökoindustrie und NGO’s , zumindest in Deutschland, eine politische Macht aufgebaut, um die öko-marxistischen Ziele des Great Reset durchzusetzen.

 

 

 

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