Klima – die große Transformation

1) Die Kapitel über den nicht so billigen Ökostrom und Deutschlands Vorreiterolle wurden aktualisiert

2) Zur McKinsey-Studie „Net-Zero Deutschland“, Chancen und Herausforderungen auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2045

Liebe Leser,

Mit einigen von Ihnen stehe ich in e-Mail-Kontakt. Meine Gesprächspartner sind meist hervorragend über die Ergebnisse der aktuellen Klimaforschung informiert und weniger über das besorgt, was sich zurzeit in Deutschland anbahnt: Die Umwandlung der Gesellschaft in einen Klimasozialismus ohne Rücksicht auf die Natur (Windräder, Stromtrassen), die Industrie und den Wohlstand der Bürger. Die kürzlich erschienene McKinsey-Studie zur Energiewende (189) ist die Umsetzung der Angela Merkel-Rede in Davos 2020 und des „Green Deals“ von Ursula von der Leyen in ein technisches Pflichtenheft mit radikalen Aktionen für die nächsten Jahre. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird dies die Leitlinie für die grüne Politik der kommenden Regierung.

 

„Um unseren Planeten für uns, unsere Kinder und nachfolgende Generationen lebenswert zu
erhalten, muss uns die Transformation zu einer klimaneutralen Welt in den kommenden 25 Jahren
gelingen. Dieser Wandel zu einer nachhaltigen Gesellschaft ist eine gemeinsame, globale Aufgabe
und ein Imperativ für Politik, Wirtschaft und jedes einzelne Mitglied der Gesellschaft.“

„….Auch wenn Deutschland die
globale Transformation zu einer klimaneutralen Welt nicht allein meistern kann, müssen wir
unseren Beitrag leisten und als eine der führenden exportorientierten Volkswirtschaften mit
gutem Beispiel vorangehen

…. Wir sind begeistert, dass wir schon heute eine Reihe von Unternehmen in Deutschland und weltweit bei ihren Herausforderungen auf dem Weg zur Klimaneutralität unterstützen dürfen.“

Es liest sich wie ein Appell der deutschen Bundesregierung, es ist jedoch aus dem Vorwort einer Studie der Beratungsfirma McKinsey entnommen.

Der Name der Studie

 Net-Zero Deutschland Chancen und Herausforderungen auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2045

Diese Worte erinnern auch an die Rede von Frau Merkel vor dem Weltwirtschaftsforum am 23. Januar 2020 in Davos:

Klimaneutralität – die allermeisten Länder der Europäischen Union haben sich dazu verpflichtet. Die Kommissionspräsidentin (Autor: Ursula von der Leyen) war gestern hier und hat Ihnen den „Green Deal“ vorgestellt. Europa will der erste Kontinent sein, der CO2-frei, also emissionsfrei, lebt. Aber, meine Damen und Herren, das sind natürlich Transformationen von gigantischem, historischem Ausmaß. Diese Transformation bedeutet im Grunde, die gesamte Art des Wirtschaftens und des Lebens, wie wir es uns im Industriezeitalter angewöhnt haben, in den nächsten 30 Jahren zu verlassen – die ersten Schritte sind wir schon gegangen – und zu völlig neuen Wertschöpfungsformen zu kommen, die natürlich auch wieder eine industrielle Produktion enthalten und die vor allem durch die Digitalisierung verändert worden sind. Wir haben ja eine zweite Riesentransformation zu bewältigen. Und wir hoffen, dass sich die Transformation zur CO2-Emissionsfreiheit mit der Digitalisierung verstärken wird und die Digitalisierung das erleichtern kann.“

Die Studie

Die folgenden Ausführungen sind indirekte Zitate, die sich weitgehend an die Wortwahl der Studie halten. Kommentare des Autors dieser Webseite sind gesondert gekennzeichnet.

Vor der Sommerpause hat der Deutsche Bundestag – einem wegweisenden Urteil des Bundesverfassungsgerichts folgend – eine Neuauflage des Klimaschutzgesetzes beschlossen:

(Autor: Lesen Sie bitte in Kapitel 7.8 und 7.9 dieser Webseite und bei Wetzel (133) und Vahrenholt (114v) über die politische Einflussnahme und einseitige Beweisführung beim BVG-Urteil.)

Die Voraussetzungen sind so gut wie nie – Staaten und Staatengemeinschaften vereinbaren Klimaziele,
Investoren schichten ihr Kapital in klimabewusste Anlagen um, Unternehmen verpflichten sich freiwillig, ihre Emissionen zu senken, die Bevölkerung befürwortet mehrheitlich die Entwicklung hin zur Nachhaltigkeit und entscheidet sich immer häufiger für den Kauf nachhaltiger Produkte.

 83% der deutschen Bevölkerung sind der Meinung, dass Industriestaaten wie Deutschland in der Pflicht sind, beim Klimaschutz voranzugehen.

Deutschland trägt als größte Volkswirtschaft in Europa eine besondere Verantwortung

(Autor: (190) kommt hier etwa auf den gleichen Wert, teurer soll das Leben allerdings nicht werden. Die meisten Deutschen lehnen es ab, für den Klimaschutz einen Steueraufschlag beispielsweise auf Benzin und Heizöl zu zahlen)

■ Die nächsten zehn Jahre entscheiden, die Veränderungsgeschwindigkeit beim Klimaschutz gegenüber den letzten 30 Jahren muss sich bis 2030 verdreifachen– in manchen Sektoren sogar
verzehnfachen (Neuzulassungen Elektrofahrzeuge 2030 gegenüber 2020)

■ Gesamtinvestitionen in Höhe von 6 Bill. EUR, entsprechend durchschnittlichen jährlichen Investitionen von rund 240 Mrd. EUR bis 2045 und damit ca. 7% des Bruttoinlandsproduktes (BIP)

■ Investitionen in Klimaschutz rechnen sich für Wirtschaft und Gesellschaft – Umstieg auf grüne Technologien eröffnet neue Märkte und Wachstumschancen.

Laut der McKinsey-Studie „Net-Zero Europe“ (Autor: dies ist eine vorhergehende Studie für die EU, nicht Europa) ist in Europa ein Nettowachstum von bis zu 5 Mio. Arbeitsplätzen bis 2050 möglich.

Das gilt entsprechend auch für Deutschland: Allein im deutschen Gebäudesektor können durch Renovierungen von Bestandsgebäuden und andere Klimaschutzmaßnahmen bis zu 200.000 zusätzliche Arbeitsplätze bis 2050 entstehen.

(Autor: hier handelt es sich um regierungsverordnete, zum großen Teil subventionierte Jobs, lesen Sie dazu Green Jobs Myths von Andrew P. Morriss (191))

Der Weg zur Klimaneutralität 2045 konfrontiert Politik, Wirtschaft und Gesellschaft mit der tiefgreifendsten und komplexesten Transformation unserer Zeit, erneuerbare Energien und die Infrastruktur müssen schneller ausgebaut werden.

Grünes Kapital ist hierbei nicht der Engpass; vielmehr ist es die komplexe Umstellung ganzer Industrien und Lieferketten, die hierzu erforderlich ist.

(Autor: Hier ist vor allem die EZB aktiv: Anstatt sich um ihre eigentliche Aufgabe, die Geldstabilität zu bemühen, kümmert sie sich vor allem um die Solvenzsicherheit der EU auf Kosten Deutschlands, dessen exportorientierte Wirtschaft unter der steigenden Inflation leidet (192).

 Die European Investment Bank (EIB) teilt in diesem Zusammenhang mit:

„The European Investment Bank has already set itself up to take on this historic role. In November 2019, our board
approved an increase to 50% in the share of our investment dedicated to climate action and environmental
projects by 2025. We aim to support €1 trillion of total climate investment in the next decade.“)

Ein Verfehlen der Klimaziele würde in erheblich höheren Klimarisiken resultieren. Die nächsten zehn Jahre sind entscheidend

Gelingt die Transformation rechtzeitig und erfolgreich, kann Deutschland die Technologieführerschaft in kritischen Exportsektoren aufrechterhalten und deren Beitrag zu Beschäftigung und Wohlstand absichern.“ Dies betrifft bis zu 20%der Arbeitsplätze und bis zu 25% des BIP.

Zugleich wird die Transition aber auch Verschiebungen von Arbeitsplätzen auslösen, z.B. von thermischer Stromerzeugung hin zur Wasserstoffproduktion oder von der Herstellung von Verbrennungsmotoren zur Batterieproduktion. In Summe sei aber ein Zuwachs an Beschäftigung zu erwarten, z.B. durch die vermehrten Renovierungen und Installationen von Wärmepumpen im Gebäudesektor oder die Herstellung und Installation von Solar- und Windkraftanlagen.

Gelingt es Deutschland nicht, die Rahmenbedingungen für die Transformation rechtzeitig zu schaffen, können Marktanteile deutscher Unternehmen und damit Arbeitsplätze und Wohlstand verlorengehen.

(Autor: In Anbetracht der Ernsthaftigkeit des Problems könnte man zynischerweise feststellen, dass immerhin 20% der heutigen Arbeitsplätze nicht transformiert werden und Deutschland hoffen kann die Technologieführerschaft in kritischen Exportsektoren zu erhalten. Zu den Stärken der deutschen Wirtschaft zählen vor allem der Maschinenbau und die Automobilindustrie. In der Automobilindustrie beginnen die Marktanteile in China, dem wichtigsten Markt, bereits zu bröckeln.

Renovierung und Installation von Wärmepumpen sowie Installation von Solar- und Windkraftanlagen sind regierungsverordnete, zum großen Teil für den Staat nicht wertschöpfende Arbeitsplätze. Verdienen werden die Unternehmer dieser Sparten, vor allem durch Staatssubventionen)

Autor: Es folgen die McKinsey -Empfehlungen für die verschiedenen Wirtschaftssektoren

10 Kerninitiativen in 6 Sektoren für eine erfolgreiche Transformation

(viel Fachchinesisch, Erklärungen im folgenden Abschnitt)

1: Energie: Massive Beschleunigung (Verdreifachung) des Kapazitätsausbaus erneuerbarer Energien
Aufbau auf bis zu 650 GW Kapazität erneuerbarer Energien bis 2045– bis 2030 muss der jährliche
Ausbau gegenüber 2020 verdreifacht werden; Importe als Ergänzung notwendig. Aufbau grüner
Wasserstoffwirtschaft in einem Umfang von jährlich 10 – 15 Mt
2: Industrie: Ausbau (~ 25% Erweiterung des Stromtransportnetzes) und Flexibilisierung des Energienetzes
Ausbau des Stromtransportnetzes bis 2045 auf > 60.000 km sowie Flexibilisierung durch Ausbau der
Speicherkapazitäten und intelligentes Lastmanagement. Beschleunigte Genehmigungsverfahren als
Enabler (Autor: Treiber, Beschleuniger) unabdingbar
3:Industrie:  Dekarbonisierung der Grundstoffindustrie (grüne Materialien) durch Innovationen in Prozessen und
Anlagentechnik getrieben durch Anforderungen und Innovationen aus dem verarbeitenden Gewerbe
Industriespezifische Dekarbonisierung und Skalierung nachhaltiger Prozesse und Anlagen
Ÿ Stahl: Direktreduktionstechnik mit grünem Wasserstoff
Ÿ Chemie: Elektrifizierung der Kernprozesse wie Cracking, Einsatz nachhaltiger Feedstocks (z.B. grüner
Wasserstoff statt SMR ( Autor: Small Modular Reactor: für viele Staaten, auch für die USA, eine vielversprechende Option treibhausgasfreie Energie zu erzeugen), weitere Optimierung bestehender Prozesse
Ÿ Zement: Nutzung biomassehaltiger Brennstoffe, Reduzierung des Klinkeranteils, Modernisierung des
Anlagenparks zur Reduzierung des Energieeinsatzes
Das verarbeitende Gewerbe liefert für die Dekarbonisierung der Grundstoffindustrie 2 Impulse:
Ÿ Die Nachfrage nach dekarbonisiertem Material – z.B. in der Automobil- und Konsumgüterindustrie
Ÿ Ermöglichen der Dekarbonisierung durch Innovationen, insbesondere in der Anlagentechnik
4: Industrie: Beschleunigter Aufbau von Cleantech-Enablern: Wasserstoffwirtschaft, Batterieproduktion,
Ladeinfrastruktur, Recycling, CCUS ( Autor: Abscheidung, Nutzung und Speicherung von Kohlenstoff (Carbon Capture Use and Storage, CCUS))
Aufbau einer grünen Batteriewertschöpfungskette (Steigerung um das 20-Fache), Etablierung einer
effizienten Kreislaufwirtschaft, Veränderung der Rohstoffbasis (z.B. recycelte oder biobasierte
Materialien), Aufbau von CCUS, beschleunigter Ausbau der Ladeinfrastruktur: Zubau von ~ 2.000
Ladepunkten pro Woche im kommenden Jahrzehnt
5: Verkehr: Umstellung auf 100% emissionsfreie Mobilität
Flächendeckender Einsatz nachhaltiger Antriebstechnologien (Elektro – und Wasserstoffantrieb) im
Individual- und Güterverkehr; Nutzung alternativer Brennstoffe im Luftverkehr
6: Verkehr: Verbesserung der Ressourcenproduktivität durch Etablierung von Smart und Shared Mobility
Verstärkter Einsatz von Shared- und Smart-Mobility-Konzepten inkl. Nutzung von Mikromobilität und
autonomen Fahrzeugen. Schaffung von Raum für sicheren emissionslosen Individualverkehr wie
Radfahren/zu Fuß gehen
7:Gebäude: Modernisierung des Gebäudebestands, insbesondere mit nachhaltigen Heizsystemen             ( > 50% Wärmepumpen)
Umsetzung regionalspezifischer Konzepte für den Technologiemix zur klimaneutralen Wärmeerzeugung
und Beschleunigung der Sanierungsrate – Verbesserung des Isolierungsgrads von ~ 55% des aktuellen
Gebäudebestands hauptsächlich von den Klassen F/G auf C/D/E

8: Landwirtschaft: Entwicklung zukunftsträchtiger Schlüsseltechnologien für eine resiliente und nachhaltige
Landwirtschaft
Skalierung bestehender Technologien wie z.B. anaerobe Güllevergärung in Biogasanlagen in der Fläche,
Kommerzialisierung von Next-Generation-Technologien wie z.B. Reduktion der Methanausscheidung
durch chemisch-biologische Mittel und Entwicklung klimaschonender Pflanzenvarianten (Autor: Gentechnik)
9: Landwirtschaft: Beschleunigung des Trends zu gesunder Ernährung und nachhaltigem Konsumverhalten
Ausbau von Regionalität, Reduktion der Lebensmittelverschwendung und Anreize zur Ernährungsumstellung auf nachhaltigere Lebensmittel
10: Banken: Finanzierung und Begleitung der Netto-Null-Transformation über den Aufbau eines grünen
Portfolios
Ausbau und Einführung grüner Finanzinstrumente: ESG-abhängige Finanzierungen, ESG-konformes
Asset-Management, Einführung neuer Instrumente wie freiwilliger Kohlenstoffmärkte; gleichzeitig
Anheben der ESG-Kenntnisse und -Fähigkeiten in den Banken. ( Autor: ESG für Environment, Social, Governance)
Autor: Nun folgt ein zentraler Satz der Studie:

„Die Gesetzgebung muss die Voraussetzungen für eine gegenüber den letzten 30 Jahren etwa 3x so schnelle Transformation schaffen“

Erklärungen der McKinsey Forderungen: Wie sich Ihr Leben verändern wird.

(In grün: Ergänzungen durch Autor)

# Etwa 60 000 zusätzliche Windräder mit Versenkung von jeweils 3500 t Beton im Erdreich, d.h. 200 Millionen Tonnen Beton

# Die bisher geplante Länge des Ausbaus des Fernnetzes, der zur Zeit bereits Gegenstand von Bürgerprotesten ist, soll bis 2040 verdoppelt werden,

# Für das Laden der Elektroautos werden 8 Millionen Ladesäulen zur Verfügung stehen, im dritten Quartal 2021 sind es nach statista noch 25 000. McKinsey empfiehlt „gesteuertes Laden“, d.h. wenn gerade ausreichend Strom verfügbar ist,

# Im Jahre sind ¾ der Neuzulassungen Elektrofahrzeuge. Alternativ wird empfohlen  

-Menge der zurückgelegten Kilometer zu reduzieren, und dadurch Zeit und km für die Parkplatzsuche in den Städten zu verringern

-Erhöhung der Personenzahl pro Fahrzeug und die vermehrte Nutzung von Fahrrädern und öffentlichen Verkehrsmitteln

# Recycling: eine Kreislaufwirtschaft von hoher Qualität. Zement- und Rotorblattrecycling von Windrädern sind großindustriell noch nicht gelöst

# wiederhergestellte Smartphones und Tablets verwenden

#  Verbraucher sollen mehr auf
nachhaltige Mode achten und Kleidung wieder und länger verwenden, weniger Wasch-und Trockenvorgänge

# Beim Einkaufen auf Nachhaltigkeit der Güter achten

# Reduktion von Treibhausgasen ist auch durch eine Umstellung der Ernährung der Bevölkerung möglich – insbesondere durch die Verringerung des
Fleischkonsums.

Die Form der McKinsey Studie

Der Autor hat in seiner beruflichen Tätigkeit mit Consultants wie McKinsey zusammengearbeitet. Diese Berater zeichnen sich durch hervorragende Kompetenz und analytische Fähigkeiten aus und……. sind sehr teuer. Sie agieren als „facilitator“, d. h. die Ergebnisse der Studien sind präzise, oft quantitative Argumentationshilfen, die es dem Auftraggeber erlauben,  seine Geschäftsidee überzeugend darzustellen. So ist auch die Studie „ Deutschland Net-Zero“ exzellent und professionell gemacht.

Sie ist einerseits eine Argumentationshilfe, um den Bürger für ein extrem teures Projekt zur Rettung zukünftiger Generationen „mit ins Boot zu holen“.

Zum anderen ist es eine Werbebroschüre des Consultant McKinsey, um sich für Folgeprojekte von Unternehmen  zu empfehlen, die Klimaneutralität  erreichen wollen.

So unterstreichen bunte Bilder eindrucksvoll das Anliegen die Welt für die kommenden Generationen zu erhalten. Fotos von spielenden Kindern wechseln sich ab mit Bildern von Frauen, die mit dem Hund in einer Windrad-Landschaft tollen bis hin zu Fotos, bei den ein junger Mann sinnend eine Steckrübe betrachtet oder die Speisen darstellen, die jedem Vegetarier das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Perfekt gemacht.

McKinsey ist der weltweit führende Berater für das Topmanagement von Politik und Wirtschaft. In der jüngeren Vergangenheit ist er durch die millionenschwere Beratertätigkeit für Ursula  Ursula von der Leyen zur Restrukturierung der maladen deutschen Bundeswehr bekannt geworden (195).

 

McKinsey: die Voraussetzungen sind so gut wie nie – Betrachtung der weltweiten Klimaziele

Das Pariser Klimaabkommen verlangt, dass jedes Land seine geplante Klimapolitik nach 2020, umreisst und kommuniziert (Nationally Determined Contributions, NDC).

Die Stiftung Wissenschaft und Politik SWP schreibt dazu (193):

„ Europa

Die Staats- und Regierungschefs der Euro­päischen Union haben kurz vor Ende der deutschen Ratspräsidentschaft im Dezember 2020 die Erhöhung des EU-Klimaziels für 2030 auf mindestens 55 Prozent Emis­sionsminderung im Vergleich zu 1990 ver­abschiedet

USA

Die neue US-Regierung hat sofort den Wie­dereintritt in das Pariser Abkommen ver­anlasst.

Mit dem Dekret „Tackling the Climate Crisis at Home and Abroad“ machte der Präsident ihn zum Kernanliegen seiner Außen- und Sicherheitspolitik. Es sieht unter ande­rem vor, bis 2035 den Ausstoß von Treib­hausgasen im Energiesektor zu stoppen und 2050 US-weit netto bei null Emissionen zu sein.

Die nationale Implementierung dieser Maßnahmen ist allerdings nicht garantiert, obwohl die Demokraten nun auch im Senat eine knappe Mehrheit von 51 Stimmen haben. Neue Geset­zesvorhaben, zum Bei­spiel zur Einführung eines CO2-Preises, sind vor diesem Hintergrund poli­tisch riskant. Denn hierfür wür­den mindes­tens 60 Stim­men im Senat benötigt

Indien

Im aktuellen NDC hat sich die indische Regierung keine Klimaziele gesetzt, die eine absolute Emissionsreduktion vorgeben, und dies wird auch beim nächsten NDC nicht zu erwarten sein. Die indische Regie­rung ist bei internationalen Umweltverpflichtun­gen jedoch schon immer zurückhaltend ge­wesen, insbesondere weil es die Industrie­länder in der Verantwortung sieht für den Klimawandel. Indien steht nach Statista mit seinem An­teil an den globalen Emissionen auf Platz drei. Bisher hat die indische Regierung, statt absolute Ziele zu benennen, den Fokus auf die Emissionsintensität der Wirtschaft ge­legt.

Australien

Australien hingegen gehört zu jenen Staaten, deren Regierung ambitionierten Klimazielen kritisch gegenübersteht. Es hat auch sein NDC nicht erhöht. Australien ist der weltweit zweitgrößte Kohleexporteur. Die aus­tralische Regierung unter Premierminister Scott Morrison vertritt offen die Interessen der Kohleindustrie und stellt sich gegen strenge internationale Klimavorgaben.

China

China ist die Nummer 1 beim weltweiten CO2-Ausstoss. Es ist Mitglied des Paris-Abkommens zum Klimaschutz – und trägt das gemeinsame Ziel mit, alles zu tun, um den Anstieg der globalen Temperatur auf deutlich unter zwei Grad zu beschränken. Überraschend hatte Präsident Xi Jinping im September 2020 erklärt, dass sein Land anstrebt, den Ausstoß an CO2 vor 2030 zurückzufahren und bis 2060 CO2-neutral zu wirtschaften.“

Nach dem Erscheinen des Fünfjahresplan 2021-2025 ist die Ernüchterung unter Fachleuten groß (194)

„Enttäuschend“, nennt Bill Hare, Chef der Denkfabrik „Climate Analytics“, den Plan: China halte ganz stark an Kohle, Öl und Gas als Energieträger fest, kritisiert er. Zwar wurden Xis Ankündigungen vom September wiederholt, aber Erwartungen, dass das Riesenreich den Höchststand an Emissionen schon vor 2030 anstreben könnte, haben sich nicht erfüllt.

Es gibt im Fünfjahresplan auch weder eine absolute Zahl für den Treibhausgasausstoß noch eine Obergrenze etwa für den Einsatz von Kohle.

Der Anteil Erneuerbarer Energien an der Energieversorgung soll weiter steigen: von 15,9 auf 20 Prozent. Auch die Kernenergie soll bis 2025 ausgebaut werden: Rund 40 Prozent mehr Kapazität in dieser Zeit sind geplant. Allerdings haben AKW derzeit einen Anteil von weniger als fünf Prozent an der chinesischen Stromversorgung.

Ansonsten setzt die Staatsführung entschieden weiter auf Kohle: China fördert und verbrennt etwa die Hälfte der Kohle weltweit – und es setzt weiter auf eine „saubere und effiziente“ Nutzung dieses Energieträgers.

Schlussfolgerungen

Vor ziemlich genau 2 Jahren ist die Webseite www.klima-diegrossetransformation.de zum ersten Male auf dem Internet erschienen. Schon damals hat sich das soziale Experiment der „Grossen Transformation“ deutlich abgezeichnet. In der Folgezeit haben verschiedene Interessengruppen die Absicht, eine neue Weltordnung zu schaffen, bekräftigt.

  • die Agenda 2030 der UNO mit dem Ziel die Armut zu beseitigen und wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt in den Grenzen ökologischer Nachhaltigkeit zu erreichen und dies vor allem in den Entwicklungsländern
  • das Weltwirtschaftsforum unter der Führung von Klaus Schwab und dem Projekt „The Great Reset“, nach dem die globalen Weltprobleme, wie Pandemien, Klimawandel, soziale Ungleichheit ….., durch sog Multi-Stakeholder-Initiativen , d.h. Zusammenarbeit von politischen Organisationen wie z.B. G20, UNO, multinationalen Unternehmen sowie der sog Zivilgesellschaft, meist vertreten durch NGO’s behandelt werden sollen. Nicht das Individuum steht im Zentrum, sondern der Einzelne folgt dem technischen Fortschritt, geprägt durch die Expertenmeinung. So charakterisiert Klaus Schwab die Coronakrise.“In der Tat, die gute Seite der Pandemie ist, dass sie gezeigt hat, wie schnell wir radikale Änderungen unserer Lebensweise verwirklichen können. Nahezu von einem Moment zum anderen hat die Krise Unternehmen und Einzelpersonen gezwungen Gewohnheiten zu verlassen, die lange als unverzichtbar galten, von häufigen Flugreisen bis zur Arbeit in einem Büro.“
  • das Urteil des politisierten Bundesverfassungsgerichts,  das feststellt, dass künftig selbst gravierende Freiheitseinbußen zum Schutz des Klimas verhältnismäßig und verfassungsrechtlich gerechtfertigt sein können
  • die Schaffung einer Vielzahl von Nichtregierungsorganisationen, die als sog Zivilgesellschaft die Arbeit der Politik übernehmen und oft, gegen die Mehrheitsmeinung, Lobbyinteressen vertreten

Viele, die diese Entwicklungen kritisch verfolgt haben, kommen zu dem Schluss, dass oft, für linksorientierte Gruppen, die Panikmache vor dem Klimawandel das willkommene Werkzeug war, ihre politische Agenda durchzusetzen.

Der sog Green Deal auf EU-Ebene und das verschärfte Klimaschutzgesetz in Deutschland sind die politische Grundlage für die Studie von McKinsey, die in radikaler, schonungsloser Form die Umsetzung der grünen Ideologie präzisiert. Deutschland, das 2% des globalen CO2-Ausstosses ausmacht und das in keiner Weise die gewünschte Vorbildfunktion für die Hauptverursacher der Treibhausgase wie China und Indien hat, soll über Jahrzehnte den Weg zurück  ins 19.Jahrhundert gehen und dabei Wohlstand und persönliche Freiheit opfern.

Die Wahlen zum Bundestagsind sind vorüber, die Scharfmacher der Grünen haben nur ein relativ mäßiges Ergebnis erzielt. Doch auch der Rest der Parteien ist von der grünen Klima-Ideologie durchdrungen, die CSU in Bayern wollte die Grünen sogar links überholen. Es bleibt nun abzuwarten wie die künftige Regierung die deutsche Energiewende angeht.

Von der Presse ist keine mäßigende Wirkung zu erwarten, da sie, meist links-grün orientiert, in der Vergangenheit bereits wesentlich zur Klimapanik beigetragen hat.

Es bleibt jedoch das grundgesetzlich garantierte Recht auf Meinungsfreiheit (Artikel 5) und Versammlungsfreiheit    (Artikel 8).

Frankreich hat mit seiner Gelbwestenbewegung, auch wenn seine radikalen Auswüchse kontraproduktiv waren, gezeigt, dass der Bürger, auch außerhalb der Wahl, Einfluss auf Regierungsmaßnahmen nehmen kann.