„Climategate“

„Climategate“ ist eine Bezeichnung geprägt von dem englischen Journalisten und Kolumnisten James Delingpole als im November 2009 der Inhalt von vertraulichen e-Mails aus der Climatic Research Unit der University of East Anglia, Norwich, bekannt wurden (129)

Professor Philip Jones war bis 2016 Direktor der Climatic Research Unit der East Anglia Universität und verantwortlich für die Entwicklung und Aktualisierung von Datensätzen die die globale Temperaturentwicklung beschreiben, z.B. der Datensatz HadCRUT 4. Sie sind Teil der Datensätze die der IPCC benutzt die Prognosen einer zukünftigen weltweiten Klimaentwicklung zu erstellen. Diese Datensätze sind in Zusammenarbeit mit dem Hadley Centre des UK Met Office entwickelt worden.

In dieser Verantwortung hatte Philip Jones  auch eine bedeutende Rolle in der Verbreitung und Durchsetzung  der „hockey stick“ -Kurve, die als der dramatischste Beweis für die Tatsache betrachtet wurde, dass der Klimawandel menschengemacht ist und die im dritten IPCC Assessment Report 2001 veröffentlicht wurde. Die „hockey stick“ Kurve geht auf eine Veröffentlichung von Michael Mann, Professor der Wissenschaft der Atmosphäre der Pennsylvania State University, zurück.

Während im ersten IPCC Assessment Report 1990 die Grafik der Temperaturentwicklung der letzten Jahrhunderte noch  das mittelalterlichen  Temperaturmaximum und die Kleine Eiszeit  zeigte, sind diese Klimacharakteristika in der „hockey stick“-Kurve verschwunden. Damit  ist die Temperaturerhöhung im 20. Jahrhundert die stärkste seit 1000 Jahren, was praktisch eindeutig darauf hinweisen würde , dass der Mensch und der Ausstoss der von ihm verursachten Klimagase für die aktuelle Erwärmung  verantwortlich sind.

Der im Vergleich zu früheren Messungen ungewöhnliche Verlauf der „hockey stick“ -Kurve veranlasste zwei kanadischen Wissenschaftler McIntyre und McIntrick die Untersuchungen von Michael Mann und seiner Koautoren nachzuvollziehen. Die Analysen erfolgten zwischen 2003 und 2008 und verzögerten sich  durch die ursprüngliche Weigerung  der Wissenschaftler des „hockey –teams“ um Mann und Jones die für Manns Arbeit verwendeten Daten freizugeben. Als McIntyre und McKintrick schliesslich Zugang zu den verwendeten Daten hatten, stellten sie fest, dass bei der Erstellung der „hockey stick“ Graphik Fehler sowohl bei der statistischen Auswertung wie auch bei der Auswahl der verwendeten Ausgangsdatensätze begangen wurden.

Im 5 . IPCC Assessment Report 2014 ist dann die Hockeykurve als einzelne Kurve verschwunden.

2009 wurden vertrauliche E-Mails und Dokumente aus dem CRU der East Anglia University entwendet und ins Internet gestellt.

Focus schreibt (130)

„In den E-Mails unterhalten sich prominente Klimaforscher darüber, wie sie mit Kritikern umgehen, wie Datensätze so verändert werden, dass sie zur offiziellen Theorie passen, und wie kritische Journalisten boykottiert werden sollen“

„Zu trauriger Berühmtheit hat es eine E-Mail von keinem Geringeren als dem Direktor des Instituts, Phil Jones, gebracht. Dort schreibt er an einen Kollegen: „Ive just completed Mikes Nature trick of adding in the real temps to each series for the last 20 years (ie from 1981 onwards) and from 1961 for Keiths to hide the decline.“

Auf Deutsch: „Ich habe gerade Mikes Natur-Trick, die realen Temperaturen zu jeder (Daten-)Serie für die letzten 20 Jahre hinzuzufügen, fertiggestellt … um den (Temperatur-)Rückgang zu verstecken“.

Diese  umstrittenste Mail spricht von den Forschungsarbeiten von Michael (Mann) und Keith (Briffa), deren Temperaturbestimmungen  der vergangenen Jahrhunderten  mit  indirekten (proxy-) Methoden (Baumringe, Eisbohrkerne….) an die die direkten (Thermometer-) Temperaturmessungen des 20. Jahrhunderts angeschlossen werden mussten. Der Nature Trick bestand darin „Anschlussprobleme “ zwischen den Kurven zum Verschwinden zu bringen , dadurch dass man einen Endteil der Proxy-Kurven abschnitt und die Lücke zu den direkten Messkurven durch passende Datensätze überbrückte  (39).