Die Energiewende und der Klimawandel

Die Energiewende und der Klimawandel kritisch betrachtet und analysiert.

1. Die Energiewende

1.1 Der Tsunami in Japan

Am 11. März 2011 kommt es zum schwersten Erdbeben der japanischen Geschichte. Geologisch gesehen liegt Japan auf dem Pazifischen Feuerring, charakterisiert durch eine erhöhte Häufigkeit von stärkeren Erdbeben. Durch das Erdbeben und den von ihm ausgelösten Tsunami sterben bis zu 18 500 Menschen.

Der verheerende Tsunami beschädigt überdies das Kühlsystem des an der Meeresküste gelegenen Kernkraftwerks Fukushima-Daiichi, wobei radioaktive Strahlung freigesetzt wird. Es werden 160 000 Bewohner der Region evakuiert. Wie ein  Ende März 2016 von der Weltgesundheitsorganisation der Vereinten Nationen (WHO) veröffentlichtes Dokument (1) feststellt, gab es keine direkten durch Strahlung verursachten Todesfälle und es wird vermutet, dass  auch die Zahl der langfristig möglichen Krebstoten statistisch wohl nie auffällig werden wird.  Eine Studie eines englischen  Forscherteams  kommt zu dem Schluss  (2), dass die durch die Evakuierung erzielte Verringerung der gesundheitlichen Strahlengefährdung viel zu gering war, um die körperliche, soziale und psychische Belastung durch die Umsiedlung zu rechtfertigen. Zur Zeit laufen langfristige spezielle Untersuchungen, ob durch das ausgetretene radioaktive Iod die Häufigkeit von Schilddrüsenkrebs ansteigt.

1.2 Der Ausstieg aus der Atomenergie zugunsten der sog. umweltfreundlichen Energien

Am 30. Juni 2011, also nur 3 Monate später, beschließt die Industrienation Deutschland

  • den totalen Ausstieg aus der Kernenergie bis Ende 2022

Entsprechend einer repräsentativen Umfrage unterstützten 80% der deutschen Bevölkerung diesen Beschluss. (Wikipedia)

Pariser Abkommen

Dieser Ausstieg aus der CO2- sauberen Atomenergie erschwert  Deutschland allerdings die Maßnahmen, um die bei der Klimakonferenz in Paris (2015) festgelegten CO2 Einsparungen, einzuhalten. Denn die Reduzierung der Treibhausgasemission soll ermöglichen die globale Erwärmung bis 2100 auf deutlich unter 2 °C, möglichst  1.5 °C, zu begrenzen. (Wikipedia)

Der Ausfall der Kernenergie soll durch die erneuerbaren Energien, also vor allem Sonne und Wind kompensiert werden. Schon im Herbst 2010 hatte sich die Bundesregierung darauf geeinigt, die Treibhausgasemissionen bis 2050 drastisch zu reduzieren – also sich nach und nach von Kohle, Öl und Gas zu verabschieden. So werden weiterhin folgende Ziele beschlossen. (3)

  • Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch bis 2020 auf 18 Prozent, bis 2030 auf 30 Prozent und bis 2050 auf 60 Prozent.
  • Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch auf 35 Prozent bis 2020, auf 50 Prozent bis 2030 und auf 80 Prozent bis 2050. Diese Zielwerte sind in der Novelle 2012 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) festgehalten.
  • Reduktion der Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 Prozent, bis 2030 um 55 Prozent und bis 2050 um 80 bis 95 Prozent (gegenüber dem Basisjahr 1990).
  • Reduktion des Stromverbrauchs bis 2020 um 10 Prozent und bis 2050 um 25 Prozent (gegenüber 2008)
  • Reduktion des Wärmebedarfs in Gebäuden bis 2020 um 20 Prozent und Reduktion des Primärenergiebedarfs  um 80 Prozent bis 2050.

1.3 Die Dunkelflaute

Beim Umstieg von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien  muss offensichtlich die Frage der Energieverfügbarkeit betrachtet werden.

Am 24. Januar 2017 hatte die deutsche Stromversorgung eine sogenannte „Dunkelflaute“ zu überstehen. Witterungsbedingt (Windstille, kein Sonnenschein)  deckten die umweltfreundlichen Energien nur etwa 5% des deutschen Strombedarfs ab (4). An jenem  Januartag deckten also die fossilen Kohle-und Gaskraftwerke sowie die Nuklearenergie mehr als 90 Prozent des deutschen Strombedarfs.

Um solche Lücken bei der deutschen Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien abzufedern sind Energiespeichersysteme erforderlich, doch leistungsfähige bezahlbare Speichersysteme sind beim jetzigen Stand der Technik nicht vorhanden, d.h. die Abschaltung unrentabler Kraftwerke mit Energieerzeugung durch Verbrennung fossiler Materialien (Kohle, Gas) wird möglicherweise nicht in dem zur Zeit geplanten Maße weitergehen (4 ) und  auch bei den Protagonisten der erneuerbaren Energien setzt sich die Überzeugung durch, dass noch längere Zeit konventionelle Kraftwerke, vorzugsweise Gaskraftwerke beibehalten werden müssen.

Am 26. Januar 2019 hat die Kohlekommission den Kohleausstieg bis spätestens 2038 beschlossen (Wikipedia).

2. Der Klimawandel

2.1 IPCC –Prognosen und die 2 Grad-Grenze

Mitte des 20. Jahrhunderts stellten Forscherinnen und Forscher vermehrt Anzeichen dafür fest, dass sich die Atmosphäre erwärmt und dass Aktivitäten des Menschen eine Ursache dafür sein könnten. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) gründeten daraufhin 1988 den IPCC. Ziel war es zu klären, welche Gefährdung von der Erderwärmung ausgeht und ob gehandelt werden muss. (5)

So beschreibt die deutsche Koordinierungsstelle des IPCC (Intergovernmental Panel of Climate Change) seine Entstehung und Aufgaben

Dazu veröffentlicht er seit 1990 alle sechs bis sieben Jahre Sachstandsberichte  , die IPCC Assessment Reports.

Die zentralen Aussagen der fünf Sachstandsberichte 1990, 1995, 2001, 2007 und 2013/14. sind in (6) zusammen gefasst.

Das Umweltbundesamt, basierend auf dem Bericht 2007 fasst die zu erwartenden Klimaänderungen und die empfohlenen Maßnahmen zusammen (7) und schreibt wie folgt: 

Zur Untersuchung denkbarer Entwicklungen des Klimas in der Zukunft werden Klimamodelle genutzt. Damit führen die Fachleute Simulationen auf der Basis unterschiedlicher Emissionsszenarien durch. Die Ergebnisse derartiger Simulationen [ermöglichen Aussagen über eine Bandbreite möglicher künftiger Klimaänderungen.

Globale Klimaänderungen bis 2100

Der anthropogene Treibhauseffekt verursacht Veränderungen im Klimasystem. Deren Ausmaße und Auswirkungen für die Zukunft können nur durch Modellrechnungen nachgebildet werden, da vielfältige und komplexe Wechselwirkungen berücksichtigt werden müssen. Aus Szenarienrechnungen lassen sich folgende mögliche zu erwartende Klimaänderungen für das 21.  Jahrhundert ableiten (IPCC, 2007).

Bis zum Jahr 2100 wird von einem mittleren globalen Temperaturanstieg zwischen 1,8 (mit einer Schwankungsbreite von 1,1-2,9) und 4,0 (mit einer Schwankungsbreite von 2,4-6,4) Grad Celsius ausgegangen. []

Werden die Treibhausgasemissionen nicht verringert, ist eine Erwärmung um 0,2 Grad Celsius pro Dekade für die nächsten 30 Jahre sehr wahrscheinlich. []

Im Vergleich zum Zeitraum von 1980 bis 1999 wird bis zum Ende des 21.  Jahrhunderts von einem Anstieg des Meeresspiegels für ein niedrigeres Szenario zwischen 18 und 59 Zentimetern und für ein höheres Szenario zwischen 26 und 59 Zentimetern ausgegangen (IPCC, 2007). [] Insgesamt sind die Aussagen über die zu erwartende Entwicklung des Meeresspiegels noch immer sehr unsicher.

Ganze Kontinente und Meeresbecken weisen deutliche Klimaänderungen auf. Modelle zeigen, dass sich diese Trends auch im 21.  Jahrhundert fortsetzen.

  • Arktis: Die durchschnittlichen Temperaturen stiegen in den vergangenen 100 Jahren doppelt so schnell wie im globalen Durchschnitt.
  • Meereis: Satellitendaten zeigen seit 1978, dass die durchschnittliche jährliche Ausdehnung um 2,7 Prozent pro Jahrzehnt geschrumpft ist, im Sommer sogar um 7,4 Prozent.
  • Niederschläge: Von 1900 bis 2005 wurden in vielen Regionen langfristige Veränderungen beobachtet. Zunahme der Meteorologische Extremereignisse: Die Häufigkeit von Starkniederschlägen hat zugenommen. Kalte Tage und Nächte sowie Frost sind seltener und heiße Tage und Nächte sowie Hitzewellen sind häufiger geworden. Niederschläge wie auch Austrocknung und Dürren. []

Um eine gefährliche anthropogene Störung des Klimasystems zu verhindern, ist es erforderlich, die globale Temperaturerhöhung langfristig auf maximal zwei Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen (8), wie beispielsweise der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) in seinem Sondergutachten zeigt (WBGU, 2003). Wissenschaftliche Ergebnisse ( IPCC, 2004 ) weisen darauf hin, dass dieses Temperaturlimit mit hinlänglich großer Sicherheit nur unterschritten werden könnte, falls es gelänge, die Treibhausgaskonzentration bei 400 ppm CO2-Äquivalenten zu stabilisieren. Um eine derartige Stabilisierung zu erreichen, ist es erforderlich, dass die globalen Emissionen noch höchstens etwa bis zum Zeitraum 2015 bis 2020 steigen dürfen, um dann bis 2050 auf unter die Hälfte des Niveaus von 1990 zu sinken []

Damit diese Lasten fair verteilt werden, ist es notwendig, dass die Industrieländer ihre Treibhausgasemissionen um 80 Prozent bis 2050 gegenüber 1990 mindern.“

Die 2-Grad-Grenze

Im deutschen Wikipedia steht zum 2°C –Klimaziel ( besser 2°C-Klimagrenze)

https://de.wikipedia.org/wiki/Zwei-Grad-Ziel

„Das Zwei-Grad-Ziel beschreibt das Ziel der internationalen Klimapolitik, die globale Erwärmung auf weniger als zwei Grad Celsius bis zum Jahr 2100 gegenüber dem Niveau vor Beginn der Industrialisierung zu begrenzen.

Das Ziel ist eine politische Festsetzung, die auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse über die wahrscheinlichen Folgen der globalen Erwärmung erfolgte . […]

(Für den Beginn der Industrialisierung wird häufig das Jahr 1850 gesetzt, Genaueres unter (8).)

Der Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) trug wesentlich dazu bei, dass die Zwei-Grad-Grenze in den politischen Prozess gelangte.“

In (9) wird die Plausibilitätsbetrachtung beschrieben, die die Festlegung des Klimaziels durch den WBGU erklärt . Dort steht u.a. :

“ So haben während mehrerer Jahrzehnte Intuitionen, Einwände und Einsichten dazu geführt, dass 2°C ein fokaler Punkt in der Klimadebatte geworden ist.“

Auf die oben aufgeführten Prognosen des IPCC sowie auf Organisation und Arbeitsweise des Weltklimarats wird im Folgenden noch näher eingegangen.

2.2 Der Energiebedarf, erreichte Klimaziele 2018 und Akzeptanz durch die Bevölkerung

Im Jahre 2018 lag in Deutschland der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung bei fast 38 Prozent und damit im Plan. Das Ziel, 2030 etwa 50 % zu erreichen erscheint überschaubar, aber zur Erreichung des Ziels von 80%  in 2050 fehlen dann immer noch 30%. Bereits heute jedoch sorgen die bundesweit etwa 25 000 Rotortürme für eine Belastung der Natur und der Bewohner, die sich in zunehmend schärferem Widerstand der Bevölkerung gegen neue Projekte niederschlägt (10).

Darüber hinaus  stellt die Stromenergie nur etwa 1/5 des deutschen Energiebedarfs dar (Umweltbundesamt). Um vor allem auch den Energiebedarf für die Wärmeerzeugung und den Verkehr  zu decken hat Deutschland demnach nach Erreichen der Ziele der Stromökologisierung  immer noch 4/5 des Weges zur Dekarbonisierung vor sich (10). Dies  macht einen Faktor von mehr als 10 um den die umweltfreundliche Energieerzeugung gegenüber heute erhöht werden muss.

Was den CO2 Ausstoß anlangt, stellt Umweltministerin Schulze 2018  fest , dass das für 2020 anvisierte Ziel von 40% Reduktion gegenüber 1990 mit voraussichtlich nur 32% nicht erreicht werden wird, begründet durch eine „unerwartet schnell wachsende Bevölkerung und Wirtschaft“ (11).

Es gibt jedoch  theoretisch eine Option, mit der man eine umfassende europäische Energiewende im Stromsektor realisieren könnte, das europäische Supergrid. Es besteht aus sehr leistungsfähigen Übertragungsnetzen, die einen Austausch großer elektrischer Energiemengen mit Hilfe der Hochspannungs-Gleichstromübertragung (HGÜ-Technik) ermöglichen (12). Die Genehmigungsverfahren zum Bau dieser Stromautobahnen sowie die Einigung mit den Stromerzeugern aus Kohle-, Gas,-und Atomkraftwerken der europäischen Partnerländer werden jedoch mühsam und langwierig sein, d.h. die Abschaltung unrentabler Kraftwerke mit Energien durch Verbrennung fossiler Materialien (Kohle, Gas) wird möglicherweise nicht in dem zur Zeit geplanten Maße weitergehen (4) und  auch bei den Protagonisten der erneuerbaren Energien setzt sich die Überzeugung durch, dass noch längere Zeit konventionelle Kraftwerke, vorzugsweise  Gaskraftwerke beibehalten werden müssen.

2.3 Die Kosten und der Nutzen der Energiewende

2.3.1 Kosten der Dekarbonisierung

Das Institut für Wettbewerbsökonomie an der Uni Düsseldorf (DICE Consult) hat in einem Gutachten die Kosten der Energiewende für den Strombereich berechnet (13).

  • Das Ergebnis: Im Zeitraum zwischen den Jahren 2000 bis 2025  müssen geschätzt rund 520 Milliarden Euro aufgewendet werden.
  • Eine vierköpfige Familie zahlt somit bis 2025 direkt und indirekt über 25.000 Euro für die Energiewende.

Soweit die voraussichtlichen Kosten zur  Stromökologierung.

Ende 2018 veröffentlicht die „Union der Deutschen Akademien der Wissenschaften“, eine Studie   unter dem  Titel „Sektorkopplung: Untersuchungen und Überlegungen zur Entwicklung eines integrierten Energiesystems“, die  die Kosten der Ökologisierung für alle Sektoren, Strom, Verkehr und Wärme zusammen betrachtet (14). Die Studie berechnet die Kosten für das Szenario einer Dekarbonisierung um 90 % bis 2050 bei einer heutigen CO2 Emission in Deutschland von rund 900 Mio t .

Bei 60 Prozent Dekarbonisierung belaufen sich die voraussichtlichen Kosten auf 1500 Milliarden Euros  und auf  rund 4600  Milliarden bei 90 Prozent CO2 Reduktion. 4.600 Milliarden Euro haben also die deutschen Haushalte auszugeben, um 800 Millionen Tonnen CO2 zu vermeiden, bei 40 Millionen Haushalten in Deutschland bezahlt jeder Haushalt, von heute bis 2050 monatlich 320 Euro  – netto.

In windstarken Perioden, in denen mehr Strom als in Deutschland benötigt produziert wird, zahlt Deutschland an die ausländischen Abnehmer sog. Entsorgungsgebühren: Diese Entsorgungsgebühren zahlt der deutsche Steuerzahler, während sich der ausländische Verbraucher am kostengünstigen Überschussstrom erfreuen kann (15)

Da die Energiewende in der von der Bundesregierung heute geplanten Weise weder technisch noch kostenmäßig zu realisieren ist, ist zu befürchten, dass die Politik versuchen wird, durch gesetzliche Auflagen die Katastrophe abzuwenden d.h. noch mehr gesetzliche  Vorgaben und Verbote, noch höhere Steuern, Abgaben und Umlagen. ( z.B. Steuern für den Ausstoß von Klimagasen, Einschränkung der Fahrerlaubnis und Besteuerung von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren, Abgaben zur Finanzierung öffentlicher Verkehrsmittel, Verteuerung von Reisen mit Flugzeug und Kreuzfahrtschiffen, Ernährungsvorschriften, usw.) Diese staatlichen  Auflagen und Abgaben werden die Freiheit der Bürger einschränken und ihren Geldbeutel zunehmend belasten.

 2.3.2 Der globale Nutzen der deutschen Dekarbonisierung

Der globale CO2-Emissionsanteil Deutschlands beträgt etwa 2,3 %, dagegen sind die 3 größten Kohlendioxid-Produzenten der Welt China, Indien und die USA für etwa 50% verantwortlich, bei einem jährliche Zuwachs von etwa 3% . Würde es Deutschland also gelingen seinen gesamten Ausstoß auf Null zurückzufahren, dann würde allein der jährliche Mehrausstoß dieser 3 größten CO2- Emittenten  in etwas mehr als einem Jahr die deutschen Anstrengungen zunichtemachen.

Eine Abschätzung ergibt, dass wenn der deutsche CO2-Ausstoß auf Null gesetzt würde, die Auswirkung auf die globale Temperatur nur 0,001 Grad (16) betragen würde und somit in der Praxis nicht bemerkbar wäre .

Und der „Energiehunger“ wird rasant weiter steigen. In einer SPIEGELONLINE – Meldung vom 13. November 2007 heißt es:

„… Alle Welt redet vom Klimawandel, der CO2-Vermeidung und dem Energiesparen. Eine gestern in Rom vorgestellte Studie des Weltenergierates WEC zeigt, wie schwer der Kampf gegen die Erderwärmung noch werden dürfte. Denn der Energiebedarf der Menschheit steigt und steigt – und könnte sich bis 2050 verdoppeln. Der WEC-Prognose zufolge wird sich die globale Nachfrage nach Strom, Öl, Gas und Kohle um 70 bis 100 Prozent erhöhen.“

2.4. Das Ausmass des Klimawandels

2.4.1. Der Klimawandel in den Medien

Am 19. 6. 2019 veröffentlicht der US Fernsehsender CNN das folgende Foto

mit der Meldung , dass das Bild eines  Hundeschlittens im Wasser in Grönland ein weiterer Beweis (neben hungernden Eisbären, geschrumpften Gletschern, gestrandeten Walrossen und ausgetrockneten Seen ) für die fortschreitenden Klimakatastrophe sei . Foto und Meldung gingen weltweit durch die Medien

Einige Tage später folgte, etwas diskreter, die Präzisierung, dass der dänische Meteorologe Olsen  (Dänisches Meteorologisches Institut in Kopenhagen) die vermeintlich brisante Botschaft seines von ihm gemachten Fotos relativiert. Er stimme damit überein, dass das Bild „eher einen symbolischen, denn wissenschaftlichen“ Wert habe, twitterte der Forscher. In  der abgebildeten Region kämen Situationen wie auf dem Foto öfters vor. Das Eis an der abgebideten Stelle sei sogar besonders dick,  so dass das Wasser des geschmolzenen Schnees nicht durch eventuell vorhandene Löcher abfließen kann.

Dieses Ereignis ist kennzeichnend für die heutige Diskussion des Klimawandels. Einerseits eine sehr präsente Öffentlichkeit  aus Politikern, Medien, NGO’s und Bürgern, die in jedem Wetterereignis ein Anzeichen für eine bevorstehende Klimakatastrophe sieht, andererseits, weniger sichtbar, ein nicht geringer Teil der Klimawissenschaftler der die Schlussfolgerungen des IPCC’s nicht teilt.

Einen sehr guten Einblick in die Problematik dieser Auseinandersetzungen der verschieden Gruppen von Wissenschaftlern,  Politikern und Wirtschaftsorganisationen gibt in hervorragender Weise Dr. habil Harald Kehl, ehemals am Institut für Ökologie der TU Berlin (17).

2.4.2 Was ist gesichert, was ist noch zu klären?

Nach Kehl  kann als gesichert gelten, dass auf die markante Abkühlung zwischen etwa dem 15. und 19. Jahrhundert (kleine Eiszeit)  eine mehr oder weniger kontinuierliche Erwärmung folgte. So sind die Temperaturen in den letzten ca. 150 Jahren   global  um 0.6 ± 0.2 K gestiegen (2004) und erreichten zu Beginn des 21. Jahrhunderts etwa die Temperaturen der Mittelalterlichen Warmzeit (s.auch unten, Hitzeperioden).

Es bestehe kein Zweifel daran, dass menschliche Tätigkeit einen negativen Einfluss auf die Atmosphäre haben könne und CO2 klimawirksam sei und eine nachhaltige Umweltpolitik national und international höchste Priorität haben sollte. Umstritten sei dagegen, in welchem Umfang der heutige Temperaturanstieg auf den durch menschliche Aktivitäten gestiegenen  CO2 – Gehalt der Atmosphäre zurückzuführen sei ( anthropogenic global warming : AGW). Mittlerweile bezweifeln  etliche Wissenschaftler die zentrale Rolle des Kohlendioxids im komplexen Klimagefüge (s. unten, Einfluss von Sonnenaktivität, Wasserdampf und Wolken)

Von den Gegnern der CO2- Hypothese wird kritisiert, dass die Klimaprognosen des IPCC von Temperaturerhöhungen bis zu 5°C auf der Annahme einer zu starken Rückkopplung zwischen dem relativ geringen CO2 Treibhauseffekt und der stärkeren Treibhauswirkung des Wasserdampfs beruhen (18). Diese Modelle hätten jedoch nicht einmal die gegenwärtige Entwicklung  korrekt dargestellt wie John Christy Anfang 2016  bei der Anhörung des  Subcommittee on Space, Science, and Competitiveness des US Repräsentantenhauses über die Größenordnung des menschlichen Einflusses auf das globale Klima darstellt (19).

Die grünen und blauen Messpunkte sind das Ergebnis von Satelliten- und Ballontemperaturmessungen, die rote Kurve ist die Voraussage des Klimamodells.

John Christy ist Distinguished Professor of Atmospheric Science und Director of the Earth System Science Center an der University of Alabama in Huntsville und  entwickelte  zusammen mit Roy Spencer einen auf Satellitendaten basierende Temperaturmessung der Atmosphäre. In den Jahren 1992 bis 2007 arbeitete Christy an den Sachstandsberichten des IPCC

Christy ist der Ansicht, die Klimamodelle würden den globalen Temperaturanstieg gegenüber den Messdaten zu hoch angeben. Er bestreitet nicht den Temperaturanstieg als solchen, aber er sieht darin keine Bedrohung für die Menschheit.

Eine Auswertung von Messdaten des Gleichgewichts zwischen der auf die Erdatmosphäre einfallenden Strahlungsenergie der Sonne  und der von der Erde abgestrahlten kurzwelligen und langwelligen Strahlung, ergeben nach Lindzen, R. S. und Choi, Y-S  eine negative Rückkopplung zwischen CO2 und Wasserdampf und  eine deutlich kleinere Temperaturerhöhung als die IPCC Berechnungen (20). Die Messdaten sind Satellitenmessungen im Rahmen des ERBE- Projekts (Earth‘s Radiation Budget Experiment).

Die obenstehende  Grafik zeigt in einer Gegenüberstellung die Entwicklung von Temperatur und CO2 im Laufe der Erdgeschichte (21). Obwohl in der Perm-Periode das CO2 Niveau niedriger als heute war (teilweise weniger als 210 ppm, aktuell 400ppm), war die Temperaturerhöhung deutlich höher (ca 10°C ) als der aktuelle Anstieg von ca 1°C .

Betrachtet man den sehr viel jüngeren Zeitraum zwischen 11 000 und 200 (Beginn der Industrialisierung), so ist festzustellen: In diesem Zeitraum existiert  keine  Korrelation und schon keine Kausalität. Die beiden Kurven unten unter FIG 3  stellen die Ergebnisse von Eiskernbohrungen  dar, die in den Dateien GISP2 und EPICA Dome C der US National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) zusammengefaßt sind (22).

(Der jüngste Temperaturanstieg des Holozäns fehlt , da die verfügbaren Daten der Eiskernbohrungen nicht bis ins 20. Jahrhundert reichen) .

Fig.3. The upper panel shows the air temperature at the summit of the Greenland Ice Sheet, reconstructed by Alley (2000)from GISP2 ice core data. The time scale shows years before modern time. The rapid temperature rise to the left indicate the final part of the even more pronounced temperature increase following the last ice age. The temperature scale at the right hand side of the upper panel suggests a very approximate comparison with the global average temperature (see comment below). The GISP2 record ends around 1854, and the two graphs therefore ends here. There has since been an temperature increase to about the same level as during the Medieval Warm Period and to about 395 ppm for CO2. The small reddish bar in the lower right indicate the extension of the longest global temperature record (since 1850), based on meteorological observations (HadCRUT3). The lower panel shows the past atmospheric CO2content, as found from the EPICA Dome C Ice Core in the Antarctic (Monnin et al. 2004). The Dome C atmospheric CO2record ends in the year 1777.

Nach der voranstehenden Graphik war der Zeitraum von vor 7000 bis 8000 Jahren sehr warm (Klimaoptimum Holozän), wärmer als heute.

“By 8,000 14C y.a., the Earth was under a full interglacial climate, with conditions warmer and moister than present in many parts of the world. Tropical forest in Africa (and probably also Asia) was expanded in area, and the areas of desert in Africa and Asia were much reduced.”( 23)

(freie Übersetzung durch den Autor). Vor 8 000 Jahren wurde die Erde von einem Interglazialklima bestimmt, das wärmer und feuchter war als es heutzutage in vielen Teilen der Welt ist. Tropenwälder in Afrika (und wahrscheinlich auch in Asien ) waren flächenmäßig ausgedehnt und Wüstenregionen in Afrika und Asien stark reduziert.

Als das Klima wärmer war, war die globale Ausdehnung der Wüsten geringer, weil die Oberfläche der Ozeane, nämlich 70% der Erdoberfläche, sich ebenso wie das Land erwärmte und dadurch mehr temperaturbedingte Wasserverdampfung und Regenfälle auf dem Land verursacht wurden. (22, Watts)

Die Wissenschaftlichen Arbeiten in (24) untersuchen die die Eiszeit-/Warmzeitzyklen der letzen ca. 400 000 Jahre. Sie stellen jeweils eine Korrelation fest, die Temperaturanstiege sind regelmässig von einer CO2 -zunahme begleitet. Dabei steigt immer zuerst die Temperatur an, der CO2-Anstieg  folgt mit einer Verzögerung von ca. 500 bis ca 1500 Jahren.

Caillon  stellt bei seinen Untersuchungen (25) fest, dass beim Temperaturanstieg des Eiszeitendes Termination III (240 000 Jahre vor heute) die CO2-Konzentration  erst verzögert  anwächst, während es sich auf der Nordhalbkugel umgekehrt verhält.

2.5 Die politische Bedeutung des IPCC und sein Selbstverständnis

„Der Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) ist eine Institution der Vereinten Nationen. In seinem Auftrag tragen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit den aktuellen Stand der Klimaforschung zusammen und bewerten anhand anerkannter Veröffentlichungen den jeweils neuesten Kenntnisstand zum Klimawandel. Der IPCC bietet Grundlagen für wissenschaftsbasierte Entscheidungen der Politik, ohne jedoch konkrete Lösungswege vorzuschlagen oder politische Handlungsempfehlungen zu geben“. (26)

Da der IPCC  keine eigene Forschungsarbeit leistet, sind die ausgewählten Ergebnisse und Empfehlungen fortlaufend Gegenstand erbitterter Diskussionen.

So drängen mehr als 300 Wissenschaftler in einerPetition initiiert von Richard Lindzen, Professor Emeritus Massachusetts Institute of Technology, Präsident Trump die USA aus dem Pariser Klimavertrag zurückzuziehen, da die CO2 Reduktionsmaßnahmen wissenschaftlich nicht berechtigt sind und außerdem soziale und wirtschaftliche Gefahren beinhalten.(27) Die Klimawarner begegnen den Skeptikern meist mit der Behauptung dass 97% der Klimawissenschaftler mit der Schlussfolgerung eines menschengemachten Klimawandels übereinstimmen. Diese Zahl ist nach  verschiedenen Angaben (28) das Ergebnis einer Studie mit einer verzerrten Auswertungsmethode und wird von führenden Klimawissenschaftlern wie z.B. Nils-Axel Mörner (29) nicht geteilt. Von den Verfechtern der CO2-Hypothese werden jene Wissenschaftler, welcher dieser Einschätzung skeptisch gegenüber stehen, als sogenannte „Klimaskeptiker“, „Klimakritiker“ oder „Klimaleugner“ (denier, AGW heretics)  charakterisiert (17) (Die Klimadebatte und die neue „Verantwortung“).

Kehl schreibt: „Dass Skepsis gegenüber offiziellen Verlautbarungen des IPCC und seinen Protagonisten angebracht ist, zeigen Falschmeldungen, Manipulationen und dubiose Wissenschaft wie die durch Datenpiraterie an die Öffentlichkeit gelangte E-Mailkorrespondenz zwischen führenden Vertretern der AGW-Hypothese .“ (s.a. Anhang)

° Zweifel säte  das vom IPCC  prognostizierte  Verschwinden des Himalaya Gletschers bis zum Jahre 2035. Die Nachforschungen eines kanadischen Geografen ergaben, dass die Information aus einer Veröffentlichung eines russischen Gletscherexperten stammte , der allerding als Datum nicht 2035 sondern 2350 angegeben hatte (30).

° Spektakulär ist die sog Hockeystick- Diskusssion:

Der IPCC Bericht 2001 enthält eine Temperaturkurve des US-Klimaforschers Michael Mann, die vor dem 20.Jahrhundert einen flachen Verlauf zeigt und dann einen steilen Anstieg. Die Temperaturänderungen der mittelalterlichen Wärmeperiode und der kleinen Eiszeit, die im IPCC-Bericht 1990 noch vorhanden sind, tauchen nicht mehr auf. Dieses Diagramm wurde als letztes und wichtigstes Beweismittel für eine menschengemachte Klimaerwärmung gewertet.  (17) (Rekonstruktion der mittleren Temperatur auf der Nordhalbkugel in den vergangenen 1000 bis 2000 Jahren). Nach massiven Vorwürfen erwies sich, dass die Daten manipuliert worden waren (31) .

° Der e-Mail Skandal im Jahre 2009 zeigt anhand  von gehackten Mails aus dem Climate Research Unit Hadley Center, wie prominente Klimaforscher sich darüber unterhalten,  wie sie mit Kritikern umgehen, wie Datensätze so verändert werden, dass sie zur offiziellen Theorie passen, und wie kritische Journalisten boykottiert werden sollen (32,33) .

So schreibt H: Kehl weiter : „Gleichwohl werden aus gutem Grunde die widersprüchlichen Verlautbarungen und Erwartungen von Vertretern der „CO2-Hypothese“ intensiver hinterfragt, da deren – wohl oft von Ideologie und Geltungssucht geprägten – Äußerungen von hoher gesellschaftspolitischer Bedeutung sind und besonders in den Medien zu hysterischen Reaktionen geführt haben und die Klimafrage von einigen Politikern und Wissenschaftlern zum „Schicksalsthema“ der Menschheit schlechthin hochstilisiert wird.“ (17) (Die Klimadebatte und die neue Verantwortung)

Ein Interview mit Stephen Schneider,  Klimawissenschaftler und langjähriger Mitarbeiter des Weltklimarats (IPCC), illustriert das Dilemma der Klimaexperten (17) (Die Klimadebatte und die neue Verantwortung) „Einerseits sind wir als Wissenschaftler ethisch an die wissenschaftliche Methode gebunden, d. h. die Wahrheit zu sagen, die ganze Wahrheit und nichts als das – einschließlich all unserer Zweifel, Vorbehalte, Wenn’s, Und’s, und Aber’s. Andererseits sind wir nicht nur Wissenschaftler, sondern auch menschliche Wesen. Und wie die meisten Menschen würden wir die Welt gerne als besseren Ort sehen, was in diesem Kontext bedeutet, dass wir das Risiko eines potentiell katastrophalen Klimawandels verringern wollen. Um das zu tun benötigen wir eine breite Unterstützung, wir müssen die Öffentlichkeit dazu bringen, sich eine Vorstellung davon zu machen. Dazu sind viele Medienberichte notwendig. Also müssen wir ängstigende Szenarien liefern, einfache, dramatische Äußerungen machen, und Zweifel, die wir vielleicht haben, wenig erwähnen. Diese „ethische Doppelbindung“, in der wir uns oft befinden, kann durch keine Formel gelöst werden. Jeder von uns muss entscheiden, was das richtige Gleichgewicht ist zwischen effektiv sein und ehrlich sein. Ich hoffe, dass es auf beides hinausläuft.“

(deutscher Wortlaut Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Stephen_Schneider )

Weitere Kommentare , die zeigen welchen Einfluß und welche Bedeutung von  Politik und  Umweltorganisationen dem IPCC und ähnlichen Umweltprojekten zugeordnet werden, siehe ( 34):

Ein weltweiter Klimaschutzvertrag muß geschlossen werden, auch wenn es keinen wissenschaftlichen Beweis für die Existenz des Treibhauseffektes gibt„. (Richard Benedick, President of the National Council for Science and the Environment, zitiert von Dixy Lee Ray in ihrem Buch Trashing the Planet (1990))“

Wir feuern Bilder ab statt Raketen – Meinungsbomben, die von den Medien geliefert werden„. (Robert Hunter, Greenpeace, Sink the Rainbow, von John Dyson, London, 1986)

H.Kehl bemerkt (17)(Die Klimadebatte und die neue Verantwortung) :

„Und es sollte nicht allzu sehr verwundern, wenn nicht nur vermutet wird, dass die gegenwärtige – minimale – globale Temperaturzunahme, mit dem Aufhänger CO2 – Anstieg, nur ein probates Argumentations-Vehikel ist zur „politisch korrekten“ Durchsetzung eben dieser eher energie-wirtschaftlichen Intentionen, auch unter Inkaufnahme zutiefst antidemokratischer Zielsetzungen“

Nach dem Kopenhagener Klimagipfel berichtet der Spiegel (35):

„Um eine global nachhaltige Lebensweise zu realisieren, bräuchten wir umgehend eine „große Transformation“, fordert etwa Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung. Was genau damit gemeint ist, bleibt oft vage. Ein Teil, wenn nicht sogar das Herzstück dieser großen Transformation ist in den Augen mancher Klimaforscher – und anderer Wissenschaftler, die sich an der Diskussion beteiligt haben – ein anderes Politikregime: „Wir benötigen eine autoritäre Regierungsform, um den Konsens der Wissenschaft zur Treibhausgasemissionen zu implementieren,“ argumentieren die Australier David Shearman and Joseph Wayne Smith in ihrem Buch „The Climate Change Challenge and the Failure of Democracy“.

Der bekannte Klimaforscher James Hansen fügt ebenso resigniert wie ungenau hinzu, dass im Fall der Klimaveränderung der demokratische Prozess nicht funktioniere.“

2.6  Die aktuellen Klimaereignisse

Hitzeperioden

Globale Oberflächentemperatur 1880 -2014

                     Vier unabhängige Aufzeichnungen zeigen nahezu identische langfristige  Erwärmungstrends. (36)

(s. folgende Abbildung)

AgencyCredit: NASA Earth Observatory/Robert Simmon
Data Sources: NASA Goddard Institute for Space Studies, NOAA National Climatic Data Center,
Met Office Hadley Centre/Climatic Research Unit, and the Japanese Meteorological.

Hinsichtlich der kurzfristigen Entwicklung der globalen Temperatur bemerkt der IPCC in seinem Bericht AR 5, 2013/2014 , Technical Summary ,Box TS3 ,Seite 61:

https://www.ipcc.ch/site/assets/uploads/2018/02/WG1AR5_TS_FINAL.pdf

Nun folgt eine sinngemässe Übersetzung einiger wesentlicher Aussagen in Box TS 3:

Klimamodelle und der „Hiatus“ („Stillstand“) der globalen mittleren Oberflächentemperatur.

Seit 1998  gibt es einen 15  Jahre andauernder Temperaturstillstand (Hiatus) (Temperaturanstieg 0.04 °C per Dekade) (siehe auch Abbildung oben.)

Hiatusperioden von 10 bis 15 Jahren sind der Ausdruck einer internen Klimavariabilität, die so während Perioden von 10 bis 15 Jahren  die Aussagekraft in Bezug auf  einen langfristigen Klimawechsel verringern kann. Die Reduktion des Temperaturanstiegs (genauer Effektiver Strahlungsantrieb) von 1998 -2011 verglichen mit den Zeiträumen 1984 – 1998 und 1951 -2011 ist hauptsächlich auf die sich abschwächenden Trends des natürlichen Antriebs  zurückzuführen.

Explizit heisst das, dass u. a. der solare Strahlungsantrieb sich von einem relativen Maximum in 2000 zu einem relativen Minimum in 2009 verringert hat. Weiterhin hat eine Reihe von kleineren Vulkanausbrüchen  den Aerosolgehalt der Stratosphäre  nach 2000 erhöht., was zu einer Verminderung des Strahlungsantriebs führte. Die CMIP5 Modellrechnungen zeigen einen Trend der höher ist als der Trend des sehr geringen gemessenen  Temperaturanstiegs .

Die Graphik in (36) zeigt, dass auch zwischen 1950 und 1980 der Temperaturverlauf flach ist, obwohl in diesem Zeitraum die CO2- Konzentration kontinuierlich angestiegen ist.

Zwischen 2015/2016 und 2018 kam es zu einer Überlagerung der kurzfristigen natürlichen Wetterphänomene El Nino (Temperaturanstieg im tropischen Ostpazifik) und La Nina  (Temperaturabfall im tropischen Ostpazifik) . Lässt man diese natürlichen (nicht menschengemachten) Schwankungen außer Acht, dann ist der beobachtete Temperaturanstieg am Anfang des 21.Jahrhunderts nur ungefähr halb so groß wie von den CMIP5 Klimamodellen prognostiziert. (s.oben „das Ausmaß des Klimawandels“) (37)

Temperaturschwankungen der Meere

Durch die unterschiedliche Bestrahlungsstärke  der Sonne gibt es in den Tropen einen Energieüberschuss, an den Polen eine Energiedefizit. So entstehen Strömungen in der Atmosphäre und in den Ozeanen, die versuchen diesen Unterschied auszugleichen. Die Zirkulationen in Luft und Wasser sind nicht unabhängig voneinander, sondern sie sind gekoppelt und tauschen Wärme und Bewegungsenergie aus.(37a)

Die Ozeanströmungen werden durch regelmäßig auftretende Schwankungen moduliert. Die Atlantische Multidekaden-Oszillation (AMO) hat eine Periodendauer von 50 bis 70 Jahren und bringt Änderungen der Meeresoberflächentemperaturen des gesamten nordatlantischen Beckens mit sich, wodurch Einfluss auf die Atmosphäre ausgeübt wird . Die Temperaturschwankungen der Meeresoberfläche liegen maximal bei etwa +/-0.5°C. Von 1900 bis 1925  sowie von 1965 bis 1995 befand sich die AMO in einer kalten ( negativen) Phase , von 1925 bis 1965 und seit der Mitte der 1990 er Jahre in einer warmen (positiven) Phase (37b)

In der positiven Phase der AMO werden warme Wassermassen schneller aus den Tropen in den Nordatlantik geführt. Dadurch werden die Temperaturen in der Nordhemisphäre erhöht , die Häufigkeit von Hurrikanen begünstigt , das Packeis am Nordpol zurückgedrängt  und die Niederschlagsmengen in Europa, Nordafrika und an der Ostküste Nordamerikas ergiebiger.

In der negativen Phase werden die warmen Wassermassen der Tropen weniger stark in den Nordatlantik geführt . Das Ergebnis: Niedrigere Temperaturen in der Nordhemisphäre, geringere Niederschläge über Europa, Nordafrika und an der  Ostküste Nordamerikas ,weniger Hurrikane im Nordatlantik sowie eine stärkere Vereisung der arktischen Meeresgebiete.

Neben der AMO gibt es auch kurzfristigere Zirkulationsschwankungen der Ozeane, den ENSO-Prozess. Die wesentlichen Phasen dieser starken Wechselwirkung heissen El Nino und La Nina (neben einer neutralen Phase). Die typische Zeitdauer einer El Nino oder La Nina- Phase liegt bei etwa 1 Jahr, doch sind Intensität und Dauer  verschieden und es kommt auch nicht immer zu einem regelmäßigen  Wechsel Nino/Nina, d.h. die gleiche Phase kann mehrmals hintereinander auftreten. (37c)

Der ENSO- Prozess hat einen deutlichen Einfluss auf Regen und Trockenheit, vor allem im äquatorialen Pazifik.

El Nino bezeichnet eine Erwärmung der Oberflächentemperatur des Ostpazifik vor Südamerika, während vor Australien und Indonesien die Wassertemperatur absinkt.

La Nina dagegen charakterisiert eine kalte Strömung im östlichen äquatorialen Pazifik. Dabei entwickelt  sich über Indonesien  ein starkes Tiefdruckgebiet mit sehr heftigen Regenfällen.

Während der El Nino/La Nina-Phasen sind die Temperaturschwankungen grösser als +/- 0.5 °C und betragen maximal etwa +/- 2°C.

Der „Hiatus “ und die Klimamodelle. 

In (37d) stellen Stips , A. et al, ein Rechenmodell vor, das es erlaubt den 15-jährigen Stillstand der globalen Temperatur ab 1998 zu simulieren. Sie führen eine sog. „Spektralanalyse“ der zeitlichen Entwicklung der globalen Land-und Meeresoberflächentemperaturen von  Kurve (36) durch. Diese Zerlegung ergibt einmal einen kontinuierlich ansteigenden Trend , der möglicherweise auf den menschlichen Einfluss zurückzuführen ist. Zum anderen überlagert sich diesem Verlauf eine sinusförmige Kurve mit einer  Periode von etwa 63 Jahren, etwa  der gleichen Periodizität wie die der AMO. Die Autoren empfehlen, dass die für Voraussagen verwendeten rechnerischen Klimamodelle den Oszillationsterm berücksichtigen und in der Lage sein müssen die Klimavergangenheit ( und hier speziell den Hiatus) zu rekonstruieren.

Mit dem neuen Klimamodell ergibt sich eine zukünftige Temperaturerhöhung zwischen 2013 und 2100 zwischen 0.4 und 0.6 °C. Im Assessment Bericht AR5 prognostiziert der IPCC für den Zeitraum zwischen dem Ende des 20. und des 21. Jahrhunderts , je nach verwendetem Berechnungsmodell, Maximalwerte zwischen 1.7°C und 4.8 °C. https://archive.ipcc.ch/pdf/assessment-report/ar5/syr/AR5_SYR_FINAL_SPM.pdf

Der „Hiatus“ und der Wärmehaushalt der Ozeane

Verschiedene Untersuchungen (37e) erklären den Stillstand des Temperaturanstiegs , trotz weiter wachsenden CO2- Strahlantriebs, mit einem Speichern der Energie in den tieferen Zonen der Ozeane. (37f) verbindet den Hiatus zwischen 1998 und 2012 mit einer negativen Phase der IPO (Interdecadal Pacific Oscillation), einem pazifisch-ozeanographischen Phänomen mit einer Periode von grob 15 -30 Jahren. Negative IPO Phasen sind durch kalte tropische und warme nördliche Meereszonen charakterisiert. 

                                                                                                                                                                          

                Meerespiegelanstieg

Die Rekonstruktion des Meeresspiegelanstiegs seit 1700 durch Jevrejeva und Kollegen zeigt, dass sich dieser Anstieg in Phasen mit schnellerem und langsameren Anstieg vollzieht , wobei die Periodizität wischen 60 bis 70 Jahren liegt (s.obige Abbildung, (38) ) Der beschleunigte Anstieg beginnt bereits um 1800 , am Ende der kleinen Eiszeit (Beginn der aktuellen Warmzeit) , also bereits vor der Industrialisierung (also ohne von Menschen erzeugtes CO2). Eine  Extrapolation bei konstanter Beschleunigung ergibt , dass der Meeresspiegel zwischen 1990 und 2090 um 34 cm ansteigen sollte. Roy Spencer schätzt den linearen Teil des Anstiegs , der bereits um 1880 ( d.h. vor einer merklichen durch den Menschen verursachten CO2 Konzentration)   existierte, auf 12-13 cm in 100 Jahren (38a).

Der IPCC stellt fest, dass im 20. Jahrhundert der Meerespiegel um etwa 15 cm angestiegen ist und prognostiziert für den Anstieg bis 2100, je nach CO2-Gehalt der Atmosphäre, Werte von 30 cm bis 110 cm (38b)

Einige Südseeinseln, für die die UNO den Nahenden Untergang voraussagte, sind heute grösser als zuvor, dank des Korallenwachstums (39)

Dr. Nils-Axel Mörner (Stockholm), Vorsitzender der internationalen Commission on Sea-Level Changes and Coastal Evolution von 1999 bis 2003, geht von einem Meeresspiegel-Anstieg/-Absinken bis 2100 von +5cm +/-15 cm aus (40).Mörner sagt, dass sein Hinweis, dass die IPCC Voraussagen nicht richtig seien, ohne Diskussion von Fakten einfach ignoriert wurden (29).

                                                                                        Temperaturanstieg in  Arktis/Antarktis

Overpeck (41) schreibt ( Übersetzung durch den Autor) :

Von 1840 bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts hat sich die Arktis auf die höchsten Werte der letzten 4 Jahrhunderte erwärmt. Diese Erwärmung beendete die “Kleine Eiszeit” und bewirkte ein dramatisches Zurückziehen der Gletscher , Schmelzen des Permafrosts und sowie eine Veränderung des Ökosystems auf dem Land und in den Seen. (41)

Er führt den Temperaturanstieg ab Mitte des 19 Jahrhunderts u.a. auf eine verstärkte Sonneneinstrahlung zurück.

Im ersten IPCC-Klimazustandsbericht (1990) präsentierte der Weltklimarat diesbezüglich eine Graphik der Temperaturentwicklung Grönlands für die letzten 150 Jahre. (Abbildung unten). Eine erhebliche und schnelle Erwärmung erfolgte ab etwa 1920 , als die durchschnittliche Jahrestemperatur in weniger als 10 Jahren zwischen 2 und 4°C anstieg (42). Um 1930 war es wärmer als im späten  20.Jahrhundert, obwohl  die Konzentration der menschengemachten Treibhausgase kontinuierlich anstieg.

    

Chylek (41) zeigt, dass der Temperaturanstieg zwischen 1995 und 2005 ähnlich ist wie der zwischen 1920 und 1930 beobachtete, mit dem Unterschied dass die Anstiegsgeschwindigkeit etwa 50% kleiner ist. Da der Anstieg 1920/1930 bei einer relativ geringen CO2 Konzentration erfolgt ist, schließt er, dass der natürliche Antrieb die wesentliche Ursache war und dass auch der Anstieg 1995/2005 innerhalb der natürlichen Variabilität des Grönlandklimas liegt. Unter natürlicher Variabilität versteht er eine Zunahme des Sonnenaktivität sowie Änderungen der Oberflächentemperaturen der tropischen Ozeane. Zusammenfassend schreibt er, dass keine direkten Beweise gefunden werden konnten, die die Behauptung stützen würden, dass das Grönlandeis wegen eines Temperaturanstiegs durch steigende CO2-Konzentration schmelzen würde.

                                                                                                 Ice extent

In (43 ) und ( 44 ) sieht man die Entwicklung des Eises am Nord-und Südpol während der letzten 35 Jahre . Was das Meereis anlangt zeigt sich ein stetiger Massenverlust für die Arktis während das antarktische Meereis an Masse zunimmt. Für die Arktis stagniert aktuell diese Abnahme wie auch die Graphik in ( 43) deutlich macht ( siehe auch(45)).

Was das Festlandeis betrifft hat die Masse des Grönlandeises nach einem Minimum im Jahre 2012, im Zeitraum 2016 -2018 wieder  zugenommen (46).

Hinsichlich des antarktischen Kontinentaleises stellt Jay Zwally, ein Glaziologe am NASA Goddard Space Flight Center in Greenbelt, Maryland, in einer Studie, die im Journal of Glaciology veröffentlicht wurde, fest, dass die die Eiszunahme in der Ostantarktis und im Inneren der Westantarktis die Eisabnahme in den anderen Regionen der Westantarktis übertrifft (47). Diese Dickenzunahme ist eine Folge der verstärkten Schneefälle Ende der letzten Eiszeit , die sich über Tausende von Jahren zu einer verdickten Eisschicht in der Ost-Antarktis und im Inneren der Westantarktis verdichtet haben.

Arktische Meereisausdehnung 1980 -2015 (43)

Antarktische Meereisausdehnung  (44)

Die Eis-Rückstrahlung

Schnee und Eis haben ein hohes Rückstrahlvermögen des Sonnenlichts (Albedo): 90 % der einfallenden Strahlung wird reflektiert, nur 10% wird absorbiert. Bei Wasser wird dagegen nur 6% der einfallenden Sonnenstrahlung reflektiert. Der Rest, also 94%, wird absorbiert und verstärkt somit den Schmelzprozess. Kato und Kollegen stellen fest, dass in der Arktis die Verringerung der Rückstrahlung durch schmelzendes Eis durch stärkere Wolkenbildung aufgrund der erhöhten Wasserverdampfung der nun eisfreien Flächen kompensiert wird (47a).

                                                                                                                               

                                                                                                     Dürren

Nach (48) fasst der 4. Assessment Report (AR4) des IPCC die Entwicklung der Dürren im 20. Jahrhundert  wie folgt zusammen: „Seit den 1970er Jahren wurden insbesondere in den Tropen und Subtropen intensivere und länger andauernde Dürren über größeren Gebieten beobachtet.

Die Stellungnahme zu diesem Thema wird im AR5  (49) abgeschwächt:

Low confidence in an observed global-scale trend in drought or dryness (lack of rainfall) since the 1950s, due to lack of direct observations, methodological uncertainties and choice and geographical inconsistencies in the trends . 

Übersetzung des Autors: Es besteht geringes Vertrauen in einen beobachteten globalen Trend von Dürren oder Trockenheit (Mangel an Regen) seit den 50er Jahren, was auf fehlende direkte Beobachtungen, methodologische Unbestimmtheiten sowie geographische Widersprüchlichkeiten in den Trends beruht,

Sheffield veröffentlicht seine Untersuchungen, die zeigen, dass sich global Intensität und Häufigkeit der Dürren seit 1950 nicht merklich verändert haben (50).

Nach (49) stellt der AR5 weiterhin fest:

“ High confidence for droughts during the last millennium of greater magnitude and longer duration than those observed since the beginning of the 20th century in many regions. ” 

Übersetzung des Autors: Hohes Vertrauen, dass es im letzten Jahrtausend Dürren von größerer Intensität und längerer Dauer gegeben hat als die seit Beginn des 20. Jahrhunderts in vielen Regionen beobachteten.

                                                                                                   Stürme

Im 5. Assessment Report des IPCC stellt die WG1 in Abschnitt 2.6.3 fest

“No robust trends in annual numbers of tropical storms, hurricanes and major hurricanes counts have been identified over the past 100 years in the North Atlantic basin”

http://www.climatechange2013.org/images/report/WG1AR5_ALL_FINAL.pdf

Übersetzung des Autors .

Es sind keine belastbaren Trends für die jährliche Zahlen von tropischen Stürmen, Hurricanes und Häufigkeit von schweren Hurricanes für die letzten 100 Jahre im Nordatlantischen Becken identifiziert worden

Guy Brasseur,  einer der Hauptautoren des vierten Sachstandsberichts des Weltklimarats (IPCC):   „Die IPCC-Wissenschaftler sind sich einig: Es gibt nicht mehr Stürme als früher“ (51).

In ( 52) wird eine Reihe von „peer-reviewed“ wissenschaftlichen Arbeiten  aufgeführt, die feststellen , dass in den letzten Dekaden die Häufigkeit und Intensität von Hurrikanen , die das Festland treffen, nicht zugenommen hat, sondern wahrscheinlich sogar abgenommen hat.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, es gibt wenig belastbares Material , dass die gefährlichen Wetterereignisse, zahlreicher und stärker geworden sind.

Fest steht dagegen , dass die  Meldungen über extreme Wetterereignisse – als angebliche Folge des Klimawandels – deutlich zugenommen haben.

H. von Storch, Professor für Meteorologie, Uni Hamburg

„…ist es im übrigen auch wissenschaftlich unzulässig, Wetterextreme, wie sie in den letzten Jahren immer wieder aufgetreten sind (Hochwasser, Dürren, Stürme u.a.), als Beweis dafür zu nehmen, dass katastrophale Ereignisse bereits zugenommen haben oder sich in Zukunft verstärken werden.“, auch wenn dies zunehmend von Politikern und Versicherungsunternehmen, aber auch Wissenschaftlern  – behauptet wird.“(17)

2.7 Einfluss der Sonnenaktivität

Gegenwärtig ist die Erde in einem Eiszeitalter, dem känozoischen Eiszeitalter. Dieses gliedert sich wiederum in kürzere Abschnitte von Kaltzeiten und Warmzeiten. Das gegenwärtige Holozän, das seit etwa 12.000 Jahren herrscht, ist eine solche Warmzeit innerhalb eines Eiszeitalters. (53)

Quelle:(2.14)

Eine der Hauptursachen für die zyklisch auftretenden Eis- und Warmzeiten sind zyklische Veränderungen der Erdbahn um die Sonne. Durch diese Zyklen verändert sich die Verteilung der Sonnenenergie auf der Erde. Über diesen Zusammenhang schreibt H.Malberg, emeritierter  Professor für Meteorologie:

„Die globale Erwärmung von 1850 bis 2000 beträgt rund 0,6°C (2007) und ist unstrittig […].

Für die Treibhausbefürworter ist der anthropogene Treibhauseinfluss primär für die bisherige und zukünftige Erwärmung verantwortlich; die natürlichen Prozesse in unserem Klimasystem sollen nach ihrer Meinung nur noch eine untergeordnete Rolle spielen […]

In Anbetracht der großen Unsicherheiten der Modellaussagen muss man sich daher fragen, ob der Natur, die Jahrmillionen unser Klima bestimmt hat, wirklich nur noch eine Statistenrolle zukommen kann. Dieses gilt insbesondere für die Sonne. So bestimmt die solare Strahlung nicht nur die Klimazonen der Erde, sondern war auch, „vor 1850“,  für den permanenten Wechsel von Kalt- und Warmzeiten verantwortlich.

 Ein Indikator für die jeweilige Aktivität der Sonne ist die Zahl der Sonnenflecken, also ihrer dunklen Flächen von allgemein 1.000 – 10.000 km Ausdehnung.“ (54)

Ein weiterer Hinweis auf den Zusammenhang zwischen Anzahl der Sonnenflecken und Klima der Erde ist die mittelalterliche Warmzeit zwischen 1100 und 1250, während der in einer Phase erhöhter Sonnaktivität (erhöhte Anzahl der Sonnenflecken) die Wikinger blühende Siedlungen in Grönland („Grünland“) unterhielten (55)

Untersuchungen von Usoskin I.G. et al,  zeigen, dass die Sonnenaktivität im 20. Jahrhundert besonders stark war. (56)

Die o.g. Wissenschaftler schreiben (Übersetzung aus dem Englischen durch den Autor):

„Das auffälligste Charakteristikum der vollständigen Sonnenfleckenkurve (Abbildung oben) ist die Einzigartigkeit des steilen Anstiegs der Sonnenfleckenaktivität während der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts. Nie während der 11 Jahrhunderte zuvor war die Sonne annähernd so aktiv. Während der durchschnittliche Wert der rekonstruierten Sonnenfleckenzahl  zwischen den  Jahren 850 und 1900 etwa 30 beträgt  erreicht sie Werte von  60 ab dem Jahr 1900 und 76 von  1944 an […].Der höchste 100 Jahre -Mittelwert  der rekonstruierten Sonnenfleckenzahl vor 1900 ist 44, der im Zeitraum 1140-1240 auftritt, d.h. während der mittelalterlichen Maximums, aber sogar dieser  ist deutlich geringer als das Niveau , das im letzten Jahrhundert erreicht wurde.“

Die untenstehende Grafik zeigt wie die  Zahl der Sonnenflecken ab 1940 deutlich zunimmt, anschließend etwa auf diesem Niveau bleibt , bevor sie um das Jahr 2000 abnimmt  (57 ). Etwa ab dieser Zeit bleibt die Global Mean Surface Temperature etwa konstant (s. oben Hiatus).

Die täglichen Fleckenzahlen der Sonnenaktivität sowie ihr monatlicher und jährlicher Mittelwert.
In rot ist zusätzlich der 5,5-jährige Durchschnitt sowie in blau der 30-jährige Durchschnitt dargestellt.

2.8 Einfluss von Wasserdampf, Wolken und kosmischer Strahlung

Einige Veröffentlichungen weisen ausdrücklich darauf hin, dass der Wasserdampf das wichtigste atmosphärische Treibhausgas ist. Er macht allein  etwa 2/3 des natürlichen Treibhauseffekts aus. Die Annahme vieler Szenarienrechnungen des IPCC ist, dass der Wasserdampf-Treibhauseffekt den CO2-Treibhauseffekt verstärkt, man spricht von einer positiven Rückkopplung (18).

Bei einer linearen positiven Rückkopplung würde z.B. eine minimale Temperaturerhöhung durch CO2 zur Verdampfung von Wasser aus den Ozeanen führen, welches wiederum, wie oben beschrieben, zu einer weiteren Temperaturerhöhung führt. Vereinfacht führt ein solcher Prozess anfänglich zu einem sehr starken Temperaturanstieg und liefert eine grundsätzliche Erklärung, warum geringe Erwärmungen von einigen Zehntel Grad, wie wir sie zur Zeit messen, in Zukunft theoretisch zu Temperaturerhöhungen von mehr als 5° führen können, wie sie vom IPCC in bestimmten Szenarien angekündigt worden waren.

Der Hauptgrund, dass die Klimamodelle mit ihren Voraussagen des Temperaturanstiegs meist über der Realität liegen ist nach  Roy Spencer (58) dass die positive Rückkopplung in den Klimamodellen als zu stark angenommen, möglicherweise das Vorzeichen der Rückkopplung sogar falsch ist (also negative Rückkopplung)(s.a. (20))

In (59) stellt die Max–Planck-Gesellschaft  fest:

 „Die seit dem 17. Jahrhundert beobachtete Erderwärmung hätte demnach (nach neuen Klimamodellen) eine bis zu fünffach stärkere Sonnenaktivität erfordert. „Die Einflüsse des Menschen müssen im letzten Jahrhundert also weitaus größer gewesen sein als die der Sonnenaktivität“, interpretiert der Max-Planck-Wissenschaftler Henk Spruit die Ergebnisse. Die Forscher schließen allerdings nicht aus, dass ultraviolette Strahlung der Sonne zum Klimawandel beiträgt – dazu existieren bislang noch keine zuverlässigen physikalischen Modelle. (Nature, 14. September)“

Der Däne H. Svensmark schlägt einen Wirkungsmechanismus vor, der die Änderung der Sonnenaktivität verstärken würde und so eine mögliche Erklärung für den globalen Temperaturanstieg vor allem durch die Sonne liefern würde. Die kosmische Strahlung aus dem Weltraum erzeugt in der Erdatmosphäre Kondensationskeime für die Wolkenbildung. Bei starker Sonnenaktivität verhindert jedoch der Sonnenwind das Auftreffen der kosmischen Strahlung auf die Erdatmosphäre und damit die Wolkenbildung und verstärkt somit die Erderwärmung (60).

3 Energie-und Klimapolitik der Zukunft

3.1 Die Energiepolitik anderer Länder

Deutschland hat  einen Sonderweg eingeschlagen und ist  mit seiner Entscheidung des  kurzfristigen Ausstiegs sowohl aus der Atomenergie wie der fossilen Energie allein  auf der Welt. In der Nuklearenergie z.B. hat es sich von der Hochtechnologie der zukünftigen risikoärmeren Reaktorgenerationen abgekoppelt. Deutschland verabschiedet sich damit von einem 300 Milliarden schweren Technologiebereich und schickt sein know how mit einem Teil der hochqualifizierten Wissenschaftler über die Grenzen ins Ausland. Das Magazin Focus titelt „ Selbstmord aus Angst vor dem Tode“ und weist darauf hin, dass das Risiko von Strahlenschädigungen  nur wenig verringert wurde, da luftgetriebene radioaktive Schwaden nicht an Landesgrenzen Halt machen (61).

Ende 2019 sind weltweit etwa 450 Reaktoren im Betrieb  und ewa 150 in der Planung (62). Japan , das nach Fukushima seine etwa 50 Reaktoren still gelegt hatte, fährt die ersten Anlagen wieder hoch und möchte bis 2030 20% seines Energiebedarfs mit Atomkraft abdecken. Schweden hat nach 30 Jahren Stillstand 10 neue Reaktoren geplant und die Schweiz hat wohl  einen Ausstieg geplant, aber noch keinen Zeitpunkt festgelegt. In vielen Länder ist der Hauptgrund für diese Energietechnologie die Notwendigkeit die Klimagasreduktionsziele einzuhalten, wozu die „saubere“ Atomenergie bestens geeignet ist.

Die International Energy Agency (IEA) der Organisation OECD  sieht in seinem WEO 2018 (World Energy Oulook 2018) zwischen 2016 bis 2040 einen Anstieg der weltweiten Nuklearenergiekapazität um 25% bzw 65 %, zum großen Teil getragen von China und Indien. Der erste Werte gilt unter Zugrundelegung der aktuellen energiepolitischen Planungen und Ankündigungen der einzelnen Staaten, bei dem der CO2 Ausstoss allerdings weiter ansteigt,  während der 2. Wert das sog. „nachhaltige Entwicklungsszenario“ zugrunde legt bei dem die  Ziele des Pariser Klimaabkommens erreicht werden (62).

3.2 Das Ausland zur deutschen Energie-und Klimapolitik

Holger Douglas schreibt (63):

Teuer, schlecht, erfüllt seine selbst gesteckten Ziele nicht – das ist die Bilanz, die jetzt das Weltwirtschaftsforum (WEF) Deutschlands Energiewende ausstellt . Die Zahlen, die die Ökonomen des WEF vorlegen, lassen selbst aus Sicht der Energiewende nur das Urteil »katastrophal« zu. Deutschland ist danach sogar um einen Punkt weiter nach unten gefallen und liegt jetzt hinter Portugal, Luxemburg, Neuseeland, Singapur, Irland, Uruguay. An der Spitze der Energiewendeländer steht auf Platz 1 Schweden gefolgt von der Schweiz und Norwegen auf Platz 3.

Etwas weniger sachlich ist das Wallstreet Journal, das da schreibt

„World’s dumbest energy policy: After giving up nuclear power, Germany now wants to abandon coal“ d.h. Die dümmste Energiepolitik der Welt: Nachdem es die Nuklearenegie aufgegeben hat, will Deutschland nun aus der Kohle aussteigen (64)

3.3 Kerntechnologie der Zukunft

Die zum heutigen Zeitpunkt geplanten Reaktoren der Zukunft sind Anlagen einer 4.Generation.

Die 1.Generation der Kernkraftwerke ab 1942  hatte zum Ziel, die optimierte Aufrechterhaltung einer Kettenreaktion zu erzielen. Dabei wurden als  die beiden  grundlegenden Reaktortypen der Siedewasserreaktor und der Druckwasserreaktor entwickelt. Entwicklungsziele waren zuerst die Herstellung  von Material für militärische Zwecke und weiterhin eine  regelbare Stromerzeugung .

Die  heute weltweit in Betrieb befindlichen Kernkraftwerke werden zur zweiten Generation gerechnet. Sie ist geprägt durch eine wirtschaftliche  Stromgewinnung im großen Umfang (2018 : ca.  450 Anlagen) Sicherheitstechnisch kam es schrittweise zu Nachrüstungsmaßnahmen, als Ergebnis der Sicherheitsanalysen von Störfällen(3.Generation).Durch diese „evolutionäre“ Entwicklung wurde versäumt, unter den möglichen Kernreaktor-Prinzipien nach dem garantiert sicheren (inhärent sicheren) zu suchen, so dass heute die Experten mehr oder minder offen feststellen, dass seinerzeit technisch und politisch falsch gehandelt wurde (65).

Die KKW der 4. Generation werden unter dem Gesichtspunkt eines in Zukunft stark  steigendem  Bedarfs  an Elektrizität bei gleichzeitigem Bemühen die CO2 Emission zu verringern entwickelt. Dabei sind bereits im Design höchste Sicherheitsanforderungen  berücksichtigt , so dass keine  sicherheitstechnischen Nachrüstungen erforderlich sind. Damit sind besonders Konzepte gesucht, die  “ inhärent sicher“ sind , also  KKW’s mit Fehler verzeihenden (passiven ) Sicherheitssystemen , die für den Fall, dass  eine Komponente oder Funktion ausfällt , die Kernkraftanlage in einem sicheren Zustand erhalten.“Inhärent sicher“  bedeutet also , dass eine Kernschmelze, wie sie sich in Fukushima ereignete, grundsätzlich ausgeschlossen ist.

Zur Auswahl der geeigneten Konzepte  entstand 2001 das GIF,  eine internationale Initiative für Forschung und Entwicklung der künftigen Kernkraftwerke  mit den Migliedern USA, Argentinien, Brasilien, Kanada, Frankreich, Großbritannien, Japan, Südkorea, Südafrika,  Schweiz, EURATOM,  China und die Russland.

Eines der Reaktorprojekte ist die Entwicklung des Molten Salt Fast Reactor , an der u.a. Forschungsinstitute aus den deutschen Nachbarstaaten Niederlande und Frankreich beteiligt sind .

Die inhärente Sicherheit dieses Reaktortyps  beruht auf seiner spezifischen Wirkungsweise : Weil ihr Brennstoff flüssig ist, nimmt sein Volumen bei Erhitzung zu, so dass die Kernreaktion verlangsamt wird – ein Mechanismus der Selbstregulierung. Darüber hinaus sind diese Reaktoren angelegt wie Badewannen: mit einem Abfluss am Boden, der von einem Pfropfen verschlossen ist. Wenn sich die Reaktortemperatur unzulässig erhöht, schmilzt dieser Pfropfen, und der Kernbrennstoff läuft in ein abgeschirmtes Behältnis unter der Erde.

Ein anderer inhärent sicheres Reaktorkonzept ist der Kugelhaufenreaktor , der einen negativen  Temperaturkoeffizienten aufweist. Bei einer Temperaturerhöhung werden mehr Neutronen , die  die Kernspaltung verursachen, absorbiert. Dadurch sinkt die Reaktivität sowie  die Reaktorleistung und damit die Temperatur im Reaktorkern (66) .

Ein Prototyp des Flüssigsalzreaktors ist  für Zeitraum 2020  bis 2030 geplant (67)

3.4 Atommüllrecycling

Es gibt keine Diskussion über die Risiken der Kernenergie, ohne die Frage zu erörtern : Was geschieht mit dem anfallenden Atommüll, wie werden wir die strahlenden und langlebigen Rückstände, die beim Betrieb üblicher Kernreaktoren anfallen, über Jahrmillionen sicher versiegeln und lagern?

Ich verweise  auf die Publikation (68) und gebe hier nur  eine vereinfachte Zusammenfassung.

Ebenso wie bei der Sicherheit zukünftiger Reaktoren bietet der wissenschaftliche Fortschritt der Kerntechnologie auch bezüglich der Atommüllverwertung erfolgversprechende Lösungen.

Seit dem 31. Oktober 2016  läuft Block 4 des russischen Kernkraftwerks Belojarsk im kommerziellen Leistungsbetrieb. Es handelt sich um einen sogenannten Schnellen Reaktor vom Typ BN-800 mit einer Kombination von  Eigenschaften, die ihn vom Gros der sonst üblichen Leichtwasserreaktoren unterscheidet. Er kann als  sog „Schneller Brenner“ arbeiten, d.h.er verbraucht mehr Spaltstoff als neu entsteht. Darüber hinaus besitzt er  die Fähigkeitnicht nur Uran, sondern auch Plutonium und die übrigen Transurane als Brennstoff zu nutzen. Letztere sind für die Langlebigkeit des Atommülls verantwortlich. Schnelle Reaktoren wie der BN-800 dagegen sind in der Lage, Strom daraus zu gewinnen. Dies wäre somit eine reine „Abfallverbrennungsanlage“, die zu weniger Reststoffen führt , die außerdem erheblich geringere Halbwertszeiten aufweisen und somit viel schneller abklingen.

Im Gegensatz zum herkömmlichen Leichtwasserreaktor, der mit langsamen, durch sog Moderatoren abgebremsten“, thermischen “  Neutronen arbeitet, wird beim BN -800 die Spaltung durch schnelle Neutronen bewirkt. Schnelle Neutronen haben anders als thermische Neutronen die Fähigkeit die Kerne von Plutonium und der übrigen  Transurane zu spalten .  In einem Brennstoffkreislauf mit thermischen und Schnellen Reaktoren lässt sich  der hochstrahlende, langlebige  Atommüll herkömmlicher Reaktoren  im Idealfall vollständig verwerten , so dass kein Atommüll endgelagert werden müsste. In welchem Masse dies praktisch möglich sein wird, werden, die Weiterentwicklungen des BN-800 zeigen.

4. Die grosse Transformation

Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen(WBGU) wurde 1992 von der deutschen Bundesregierung als unabhängiges wissenschaftliches Beratungsgremium eingerichtet.

Die Hauptaufgaben des WBGU sind (69):

  • globale Umwelt- und Entwicklungsprobleme zu analysieren und darüber in Gutachten zu berichten,
  • nationale und internationale Forschung auf dem Gebiet des Globalen Wandels auszuwerten,
  • im Sinne von Frühwarnung auf neue Problemfelder hinzuweisen,
  • Forschungsdefizite aufzuzeigen und Impulse für die Wissenschaft zu geben,
  • nationale und internationale Politiken zur Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung zu beobachten und zu bewerten,
  • Handlungs- und Forschungsempfehlungen zu erarbeiten und
  • durch Presse- und Öffentlichkeitsarbeit das Bewusstsein für die Probleme des Globalen Wandels zu fördern.

Im Jahre 2011 gibt der WBGU eine Empfehlung  einer „großen Transformation“ zu einer nachhaltigen Gesellschaft ab (69). In dieser Empfehlung wird die geforderte Transformation, im Hinblick auf die erforderlichen Eingriffe in die Gesellschaft, als vergleichbar mit den 2 bisherigen  fundamentalen Transformationen  der Weltgeschichte charakterisiert, nämlich

  • der neolithischen Revolution, also Erfindung und Verbreitung von Ackerbau und Viehzucht
  • der industriellen Revolution, dem Übergang von der Agrar-zur Industriegesellschaft

„Ein zentrales  Element in einem solchen Gesellschaftsvertrags ist der“gestaltende Staat“ […]

Bei der Tansformation zur Nachhaltigkeit kommt dem Klimaschutz eine besondere Bedeutung zu, […]“(69).

Im Gespräch mit FOCUS-Online erklärt der Historiker und Totalitarismusforscher Wolfgang Wippermann von der Freien Universität Berlin, warum er die Pläne und Gedanken der Forscher für gefährlich und undemokratisch hält (70):

„Die sprechen sogar von der „internationalen Allianz von Pionieren des Wandels“. Und das erinnert mich an die faschistische oder kommunistische Internationale […]

Wir haben es mit wissenschaftlichen Fanatikern zu tun, die ihre Vorstellungen durchsetzen wollen. Ich wundere, dass wir da zum ersten Mal drüber reden und wie wenig das in der Öffentlichkeit bisher beachtet

wurde. […]

Nur was die Autoren hier vorschlagen, das ist eine Klimadiktatur, der Klimastaat. Und zwar in einem etwas größeren Rahmen. Sie wollen zum Beispiel Nationalstaaten abschaffen. Diese könnten nicht „alleinige Grundlage des Vertragsverhältnisses sein“, heißt es. Es geht also um einen Superstaat, eine Staatengemeinschaft mit kollektiver Verantwortung und übergreifenden Organisationen. […]

Ja, aber gleichzeitig wird „gesellschaftliche Erneuerung durch Einsicht“ gefordert. Und was, wenn jemand nicht einsichtig ist? Gewalt? Die Autoren fordern diese Einsicht ja ein. Das ist nicht Demokratie, wie wir sie haben und was wir unter Demokratie verstehen. Das ist etwas anderes. Und was die Autoren zur Behebung der Missstände fordern, ist mit den Möglichkeiten und Mitteln der modernen Demokratie auch nicht vereinbar. Aus der Geschichte kennt man genug Leute, die die Welt verbessern wollten, nachdem sie deren Untergang prophezeiten und undemokratische Systeme zum Zwang in ihre Einsichten schufen.  […]“  (70).

Schlussfolgerungen

In diesem Abschnitt versuche ich  meine persönlichen Schlussfolgerungen  aus den vorstehend dargestellten Fakten und Expertenmeinungen vorzustellen. Vielleicht kann es Ihnen helfen, ihre eigene Beurteilung zu vervollständigen.

Umweltprobleme

Alle  seriösen Beiträge zum Thema Klimawandel, die ich gelesen habe  sind sich einig, dass folgende  Umweltprobleme dringend zu lösen sind

  • den vom Menschen verursachten CO2 –Ausstoß zu reduzieren
  • die Zerstörung unserer Umwelt ( Landschaft und Tiere) soweit als möglich zu verringern
  • den Tier- und Artenschutz zu verstärken
  • die Biodiversität zu fördern
  • die Vermüllung der Meere (z.B. Plastik) und die Vergiftung  der Luft  zu stoppen

Einige Präzisierungen:

Bei der  Lösung der  oben genannten Probleme dürfen keine ideologischen Tabus gelten, wie beispielsweise die Bevölkerungsexplosion bei der Dekarbonisierung ( die Beseitigung des menschengemachten Kohlendioxids) oder die Umweltzerstörung bei der Energiewende

Dekarbonisierung und Bevölkerungsexplosion:

In der jüngsten Vergangenheit haben Frauen in Deutschland erklärt keine Kinder mehr in diese Welt setzen zu wollen, da jeder Mensch im Laufe seines Lebens etwa fast  60 t CO2 erzeugt und sie dies nicht verantworten können.

Zur gleichen Zeit explodiert das Bevölkerungswachstum auf einigen Kontinenten dieser Welt.

Zu dieser Thematik  hört man bei uns wenig, aber diese Entwicklung ist heute wohl weltweit das größte Zukunftsproblem.  Wer die Absicht hat  die Welt zu retten, muss die  Aspekte global  betrachten. Wir machen uns Sorgen um die Brände im Amazonasgebiet , sorgen wir uns um die Bevölkerungsexplosion in Afrika und SO-Asien .

2018 beträgt  die durchschnittliche Geburtenrate afrikanischer Frauen   4,6 Kinder/Frau, im Vergleich dazu Europa 1.6 Kinder/Frau (71) . Die afrikanische Population verdoppelt sich alle 30 bis 40 Jahre.

Nur eine Verringerung der Armut und eine Verbesserung der Bildung würde eine breitere Mittelschicht mit weniger Kindern zufolge haben. Experten schätzen, dass seit 1960 etwa 500 Milliarden Dollar nach Afrika geflossen sind, ohne merkliche Wirkung. Nur eine Politik, die die Afrikaner nicht in eine Rolle des Spendenempfängers zwingt, sondern ergänzend zu den Finanzhilfen zu Eigeninitiative und Eigenverantwortung veranlasst, wird Afrika zu mehr Wohlstand und Attraktivität verhelfen

Energiewende und Umweltzerstörung

Umwelt- und Artenschutz sollten  im Unterschied zu heute konsequent verfolgt werden.

Volksbefragungen zu Umweltaktionen  wie „ Rettet die Bienen“ auf der einen Seite und auf der anderen Seite die in den Medien kaum kommentierte  rücksichtslose Zerstörung  von idyllische Naturlandschaften,  durch die Erstellung von zigtausenden von Windrädern, zur höchst unsicheren Realisierung der Energiewende wird von vielen  als inkonsequent und  heuchlerisch empfunden.

Die Windräder in Deutschland, deren aktuelle  Zahl bei weitem nicht ausreicht, um die Energiewende zu stemmen, schreddern  schon heute pro Jahr u.a.

250 000 Fledermäuse,  12 000 seltene Greifvögel und 1 200 t Insekten  (72).

Mit Ausnahme dieser beiden Tabuaspekte stimmen die Experten überein,  die oben aufgezählten Umweltprobleme vorrangig zu behandeln und zu lösen .

Das Problem bei der Klimafrage

Bei der  Klimaentwicklung besteht Konsens , dass sich die Erde seit Mitte des 19. Jahrhunderts erwärmt hat und dass CO2 ein Klimagas ist, das wahrscheinlich zum Temperaturanstieg von heute knapp 1°C mit beigetragen hat. Der Punkt , bei dem  die Meinung der Experten auseinandergeht is, in welchem Umfang ist der Mensch dafür verantwortlich  ?

-Zuverlässige Prognosen erfordern zuverlässige Rechenmodelle

Wenn man  die Diskussion der Experten verfolgt  und versucht den physikalisch technischen Hintergrund zu verstehen, dann bestätigt sich zuerst einmal die große Komplexität des Themas. Deswegen kann man das Klima nicht hinreichend durch Laborsimulationen reproduzieren. Man ist darauf angewiesen  rechnerische Klimamodelle zu entwickeln, die aber nicht alle der zahlreichen  klimarelevanten Parameter und Rückkopplungsprozesse  enthalten können (Änderung der Sonnenaktivität, kosmische Strahlung, Wolkenbildung, Aerosolgehalt der Luft…) und versucht in sog Szenarienrechnungen das zukünftige Klimaverhalten  zu prognostizieren. Bislang lagen die Ergebnisse der Szenarienrechnungen für die kurz-bis mittelfristige Entwicklung jeweils über dem realen Temperaturanstieg und mussten mit Korrekturen der Realität angepasst werden.

So ist z.B. noch endgültig zu klären,  inwieweit das Treibhausgas CO2 mit den anderen Treibhausgasen Wasserdampf, Methan und Lachgas wechselwirkt. Ist diese Rückkopplung positiv verstärkend oder negativ abschwächend ? Unsicher ist auch der kombinierte  Einfluss der Wolken: Einerseits halten die Wolken  die sichtbare Sonneneinstrahlung ab (zumindest teilweise), andererseits reflektieren sie die  IR Strahlung der Erde partiell auf die Erde zurück , verringern damit die Abstrahlung in den Weltraum.

Vor allem  zu klären ist der Einfluss der Sonne. Dass die solare Strahlung, die über Jahrmillionen das Klima von Eiszeiten und Warmperioden bestimmt hat, heute keinen  Einfluss mehr hätte, ist extrem unwahrscheinlich. Die Klimaereignisse der jüngeren Geschichte , so die sog. mittelalterliche Warmperiode, die bei gleichzeitiger hoher Sonnenaktivität stattfand, sowie die kleine Eiszeit die sich bei geringer Sonnenaktivität ereignete, scheinen diese Vermutung zu bekräftigen. Ergänzend noch der Hinweis , dass die Verlangsamung des globalen Temperaturanstiegs ab etwa 1998 (Hiatus) mit einer Abschwächung der Sonnenaktivität zusammenfiel .

Zur Erinnerung , wir leben heute in einer Warmphase nach der kleinen Eiszeit von 1550 bis 1850 (wetter.com) . Während einer Warmzeit ist es normal , dass die Temperuren ansteigen. Auch der Anstieg des Meeresspiegels hat bereits gegen 1800, also vor der industriellen Erhöhung  des CO2 Gehalts der Atmosphäre begonnen.

In der   Klimageschichte der Erde  gibt es keine länger dauernden , stabilen Phasen ( schon lange bevor der Mensch Einfluss nehmen konnte). Der Wechsel ist die Normalität.

Der Historiker Professor Dr. Wolfgang Behringer, der u.a. die Klimaänderungen der letzten Jahrhunderte und ihre Auswirkungen auf Kultur und Geschichte untersucht hat, stellt in einem Gespräch fest (73):

„Es gibt, was das Klima angeht, keine Sicherheit. Die Natur ist nicht auf ein bestimmtes natürliches Klima festgelegt“

Im Hochmittelalter etwa sei es deutlich wärmer gewesen als heute.

„Die Erdbestattungen der Wikinger auf Grönland aus dieser Zeit liegen heute im Permafrost und können kaum ausgegraben werden.“

Auf die Warmzeit im Mittelalter folgte eine lange Kaltperiode: die Kleine Eiszeit. Beginnend mit dem 14. Jahrhundert, dauerte sie fast sechshundert Jahre. Sie verzeichnete dramatische Kälteeinbrüche, so von 1560 bis 1630 und in den Jahren von 1675 bis 1715. Die Sommer waren regnerisch und kalt, im Winter froren Flüsse und Kanäle zu Eisstraßen.

„Am Weinanbau lassen sich die Klimaschwankungen ablesen“, erläutert Behringer. So wurde im Hochmittelalter bis nach Norwegen Wein angebaut

-Die Angst schüren durch Katastrophenmeldungen

Zum ersten Mal allerdings wird eine Klimaänderung als menschengemacht interpretiert und zum ersten Mal  kümmern sich Politiker um die Entwicklung des Klimas und  geben vor es verändern zu können. Der IPCC, der sog Weltklimarat ist eine politische Organisation, von der UNO ins Leben gerufen . Die Grundeinstellung gewisser Strömungen des IPCC wird durch Bemerkungen von Berufs-und Wissenschaftspolitikern charakterisiert.

„Ein weltweiter Klimaschutzvertrag muß geschlossen werden, auch wenn es keinen wissenschaftlichen Beweis für die Existenz des Treibhauseffektes gibt“. (Richard Benedick, Präsident des nationalen Umweltinstituts)

 „Solange wir keine Katastrophen ankündigen, wird niemand zuhören.“ (John Houghton, Vize-Präsident des IPCC , 1994)“

Wir feuern Bilder ab statt Raketen – Meinungsbomben, die von den Medien geliefert werden„. (Robert Hunter, Greenpeace, Sink the Rainbow, von John Dyson, London, 1986)

Jedes von der Norm abweichende  Wetterereignis wird heute als Zeichen der menschengemachten Katastrophe dargestellt: Ein Jahr mit großer Dürre , mehrere sehr heiße Tage nacheinander, Waldbrände, Hagelschläge und Überschwemmungen, die in der Erinnerung so heftig nie vorgekommen sind usw. Es gibt  heute  keine  eindeutigen statistisch belegten Hinweise, dass die Zahl der Dürren, Stürme oder Orkane, sowie die Häufigkeit der Starkregen zugenommen hat.

Wenig demokratische Tendenzen lassen auch die Überlegungen  von IPCC-Mitgliedern erkennen , dass zur Durchsetzung von Klimazielen nicht die demokratische Regierungsform, sondern ein autoritäres System , ähnlich wie in China, die erforderliche politische Organisation wäre.

-Selbstmord aus Angst vor dem Tode

Erste Überlegungen zur Lösung des deutschen Problems der CO2 Reduktion zeigen, dass sich die Kosten der Dekarbonisierung auf über  5  Billionen Euros belaufen werden- eine ungeheure Summe , annähernd das Doppelte des deutschen Bruttosozialprodukts, die nur durch Vorschriften , wie man sein Verhalten zu ändern hat und durch Abgaben zu erreichen sein werden .

Die Kosten für die Reduzierung oder die  Elimination wären natürlich um ein Erhebliches geringer, wenn Deutschland über Kernenergie verfügen würde. Kein anderes großes Land dieser Welt ist in einer vergleichbaren  Situation.

Mit der fanatischen Umsetzung der Klimaziele riskieren wir die Standbeine unserer modernen Industrie zu zerstören und das in einem Augenblick nahe der Rezession. Greifen wir nur die deutsche Schlüsselindustrie Automobilherstellung heraus. Sie erwirtschaftet einen Umsatz von gut 400 Milliarden Euro, 1,8 Millionen Arbeitsplätze sind in Deutschland direkt oder indirekt von der Autoproduktion abhängig . Bei einem  Verbot des Verbrennungsmotors wären mehr als 600.000 industrielle Arbeitsplätze gefährdet. (74)

Noch ist es nicht soweit , aber die Staaten der EU haben, unter Mitwirkung Deutschlands, beschlossen, dass ab 2030 Neuwagen einen im Vergleich zu 2020  um 35% niedrigeren CO2 Ausstoß haben müssen. Für Benzinmotoren ist diese Bedingung nach Meinung der Experten technisch nicht erfüllbar.

Da dieser Grenzwert nicht für das einzelne Auto gilt, sondern für die gesamte Produktpalette, beschließt der VW Vorstand ,  bis 2030 mindestens 40% seiner Modelle als Elektroautos zu fertigen, um für den gesamten Flottendurchschnitt den Grenzwert einzuhalten. Dass es VW nach der Umstellung gelingen wird, seine Stellung  als Weltmarktführer für Automobile (Verbrennung und Elektro) zu halten ist sehr unwahrscheinlich. Schon heute ist China  die unumstrittene Nummer 1 in Sachen Elektromobilität. Zu Beginn 2019 beträgt sein Weltanteil etwa 50% (75).

Ein, Land, nein der gesamte Kontinent Europa ersetzt die Regeln des Marktes  durch eine ideologische Planwirtschaft und nimmt Hunderttausende von Arbeitslosen in Kauf.

Und warum dies alles ?

Wie Sie, lieber Leser, wissen  ist der zu „beseitigende“ deutsche Anteil am weltweiten Treibhausgasausstoß nur 2,3 % in 2016 .

(Wikipedia Seite: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_größten_Kohlenstoffdioxidemittenten )

Wenn wir in etwa 30 Jahren den ganzen menschengemachten deutschen CO2 Ausstoß auf Null gebracht haben , wird alleine China innerhalb eines Jahres seinen CO2 –Ausstoß um diesen Betrag vermehrt haben

Warum überzeugt dieses Argument nicht  im geringsten die deutsche  Politik ? Warum nimmt sie lieber Verluste von Billionen Euro in Kauf , ohne irgendetwas in der Welt zu verbessern ?

Ist vielleicht die  Rettung der Welt  gar nicht das Ziel? Geht es im Grunde um etwas anderes ?

Sollte vielleicht der globale Superstaat, von dem der Historiker Wippermann, spricht das wirkliche Ziel sein ?  Und der Klima-Alarmismus  zu nichts anderem dienen, als die Bevölkerung unter Druck zu setzen, dass sie bestimmte politische Maßnahmen (z.B. zur Globalisierung) mitträgt? Warum bekämpfen die Wissenschaftspolitiker jede wissenschaftliche Arbeit, die  die Sonne als Ursache der Erderwärmung sieht,  aufs schärfste? Könnte es sein, dass wenn die Erderwärmung durch die Sonne und nicht durch das menschengemachte CO2 verursacht ist, dann das Druckmittel für die Politik  fehlt? Denn das CO2  kann der Mensch beeinflussen, aber die Strahlung der Sonne schreibt die Natur vor .

Im Abschnitt „2.7 Einfluss der Sonnenaktivität“ können Sie lesen, dass es bezüglich der Frage , inwieweit Sonne und/oder CO2 die Erderwärmung bestimmen, noch einige Punkte zu klären gibt.

Apropos Sonne, eine neue Studie einer chinesischen Forschungsgemeinschaft stellte vor Kurzem fest, dass wir uns stetig auf eine neue Eiszeit zubewegen. Es ist zu hoffen, dass unsere Kinder und Enkel noch genügen Geld aufbringen können , den teuren deutschen Umweltstrom für die notwendige Heizung zu zahlen.

Noch einmal mein Ratschlag , lesen Sie verschiedene Beiträge über die Klimaforschung, vor allem wissenschaftliche Veröffentlichungen. Das ist manchmal sehr trocken, aber sehr aufschlussreich. Seien Sie bitte kritisch und gebrauchen Sie Ihren gesunden Menschenverstand. Über dieses Thema  wird sehr viel einseitig und alarmistisch berichtet, sowohl  von Politikern, wie auch von der Lokalpresse und im Fernsehen. Es geht um die Zukunft der nachfolgenden  Generationen, aber anders als wie uns das  linke Ideologen klarmachen wollen.

Noch eine grundsätzliche Anmerkung.  CO2 ist absolut lebensnotwendig für das pflanzliche und tierische Leben auf der Erde. Aus Kohlendioxid und Wasser wird von den Pflanzen unter Lichteinfluss in der sog Photosynthese Zucker/Stärke für das Pflanzenwachstum erzeugt. Nebenbei fällt noch Sauerstoff an, den Tiere und Menschen zum Leben brauchen. Das haben  nun NASA Wissenschaftler eindrucksvoll  veranschaulicht. Sie stellen nämlich fest,  dass in den letzten 35 Jahren die Erde wegen des höheren CO2 Gehalts der Luft stärker ergrünt ist.

Zum Abschluss würde ich Ihnen vorschlagen sich die Meinung eines ausgewiesenen Geowissenschaftlers und Klimafachmanns, Stefan Kröpelin,  anzuhören, zu dessen Arbeitsschwerpunkten auch  das Klima der Wüste gehört.  Dazu folgen Sie bitte dem nachfolgenden Link. Sie werden überrascht sein, was dieser Praktiker zu den  Klimaänderungen und der Art, wie die Gesellschaft  darauf reagiert, zu sagen hat.

https://podcasts.rp-online.de/gutleben/2019/04/18/033-vom-18-04-2019-warum-es-durch-den-klimawandel-bald-keine-wuesten-mehr-geben-koennte/

Herzlichen Dank, dass Sie sich der Mühe unterzogen haben , diese Webseite zu Ihrer Information zu konsultieren. 

ANHANG

„Climategate“

 „Climategate“  ist eine Bezeichnung geprägt von dem englischen Journalisten und Kolumnisten James Delingpole  als im November 2009 der Inhalt von vertraulichen e-Mails aus der Climatic Research Unit der University of East Anglia ,Norwich,  bekannt wurden  (77)

Professor Philip Jones war bis 2016 Direktor der Climatic Research Unit der East Anglia Universität und verantwortlich für die Entwicklung und Aktualisierung von Datensätzen die die globale Temperaturentwicklung beschreiben, z.B. der Datensatz HadCRUT 4. Sie sind Teil der Datensätze die der IPCC benutzt  die Prognosen einer zukünftigen weltweiten Klimaentwicklung zu erstellen. Diese Datensätze sind in Zusammenarbeit mit dem Hadley Centre des UK Met Office entwickelt worden.

In dieser Verantwortung hatte Philip Jones  auch eine  bedeutende Rolle in der Verbreitung und Durchsetzung  der „hockey stick“ -Kurve  , die als der dramatischste Beweis für die Tatsache betrachtet wurde , dass der Klimawndel menschengemacht ist und die im dritten IPCC Assessment Report 2001 veröffentlicht wurde. Die „hockey stick“ Kurve geht auf eine Veröffentlichung von Michael Mann, Professor der Wissenschaft der Atmosphäre  der Pennsylvania State University, zurück .

Während im ersten IPCC Assessment Report 1990 die Grafik der Temperaturentwicklung der letzten Jahrhunderte noch  das mittelalterlichen  Temperaturmaximum und die Kleine Eiszeit  zeigte , sind diese Klimacharakteristika in der „hockey stick“-Kurve  verschwunden. Damit  ist die Temperaturerhöhung im 20.Jahrhundert die stärkste seit 1000 Jahren  , was praktisch eindeutig darauf hinweisen würde , dass der Mensch und der Ausstoss der von ihm verursachten Klimagase für die aktuelle Erwärmung  verantwortlich sind .

Der im Vergleich zu früheren Messungen ungewöhnliche Verlauf der „hockey stick“ -Kurve veranlasste zwei kanadischen Wissenschaftler McIntyre und McIntrick die Untersuchungen von Michael Mann und seiner Koautoren nachzuvollziehen. Die Analysen erfolgten  zwischen 2003 und 2008  und verzögerten sich  durch die ursprüngliche Weigerung  der Wissenschaftler des „hockey –teams“ um Mann und Jones die für Manns Arbeit verwendeten Daten freizugeben. Als McIntyre und McKintrick schliesslich   Zugang zu den verwendeten Daten hatten, stellten sie  fest , dass  bei der Erstellung der „hockey stick“  Graphik  Fehler sowohl bei der statistischen Auswertung wie auch bei der Auswahl der verwendeten Ausgangsdatensätze begangen wurden.

Im 5 . IPCC Assessment Report 2014 ist dann die Hockeykurve als einzelne Kurve verschwunden.

2009 wurden vertrauliche E-Mails und Dokumente aus dem CRU der East Anglia University entwendet und ins Internet gestellt.

Focus schreibt (78)

„In den E-Mails unterhalten sich prominente Klimaforscher darüber, wie sie mit Kritikern umgehen, wie Datensätze so verändert werden, dass sie zur offiziellen Theorie passen, und wie kritische Journalisten boykottiert werden sollen“

„Zu trauriger Berühmtheit hat es eine E-Mail von keinem Geringeren als dem Direktor des Instituts, Phil Jones, gebracht. Dort schreibt er an einen Kollegen: „Ive just completed Mikes Nature trick of adding in the real temps to each series for the last 20 years (ie from 1981 onwards) and from 1961 for Keiths to hide the decline.“

Auf Deutsch: „Ich habe gerade Mikes Natur-Trick, die realen Temperaturen zu jeder (Daten-)Serie für die letzten 20 Jahre hinzuzufügen, fertiggestellt … um den (Temperatur-)Rückgang zu verstecken“.

Diese  umstrittenste Mail spricht von den Forschungsarbeiten von Michael (Mann) und Keith (Briffa), deren Temperaturbestimmungen  der vergangenen Jahrhunderten  mit  indirekten (proxy-) Methoden (Baumringe, Eisbohrkerne….) an die die direkten (Thermometer-) Temperaturmessungen des 20. Jahrhunderts angeschlossen werden mussten. Der Nature Trick bestand darin „Anschlussprobleme “ zwischen den Kurven zum Verschwinden zu bringen , dadurch dass man einen Endteil der Proxy-Kurven abschnitt und die Lücke zu den direkten Messkurven durch passende Datensätze überbrückte  (32).